Corporate Social Responsibility (CSR) ist nur ein Betätigungsfeld für Werbe- und PR-Profis, aber beschäftigt sich nicht mit wirklich neuen Themen. So kommentiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrer Ausgabe vom 25. November die in Mode gekommene Diskussion um unternehmerische Verantwortung. Der Begriff CSR sei ein Import aus den USA und beschreibe nur Selbstverständliches und Althergebrachtes. Das Sponsoring von Kindergärten oder Krankenhäusern, um das Image zu verbessern, sei schon lange unter den Begriffen Social Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit hinreichend dargestellt. Viele soziale Bemühungen von Unternehmen hätten nichts mit irgendwelcher gesellschaftlichen Verantwortung zu tun, sondern mit Gesetzestreue und dem Respekt von Grundwerten.
Zudem sei es nicht unumstritten, ob sich Unternehmen überhaupt über ihre eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus engagieren sollten und dürften. Dies gelte besonders für Aktiengesellschaften, die in erster Linie den Aktionären verantwortlich seien und fremdes Geld nicht einfach unzweckmäßig ausgeben dürften. Nicht zu kritisieren sei allerdings gesellschaftliches Engagement bei inhabergeführten Unternehmen. Tatsächlich ist soziales Engagement im Mittelstand weit verbreitet, ohne dass dies gleich an die große Glocke gehängt würde, schreibt die Zeitung.
Werden dennoch CSR-Maßnahmen ergriffen, bedeuten sie nicht unbedingt einen Imagegewinn. Gerade Unternehmen, die ein Imageproblem hätten, wirkten mit öffentlichkeitswirksam betriebenem Sozial-Engagement besonders unglaubwürdig. Als Beispiel nennt die Zeitung den Tabakkonzern Japan Tobacco International, der vom Rauchen einer Zigarette abgeraten habe. Wollte der Konzern tatsächlich glaubwürdig handeln, müsste er wohl statt solcher Kampagnen schlicht den Geschäftsbetrieb einstellen. (beko|01.12.2006)