Das Online-Kontaktnetz openBC, mit rund 1,5 Mio. Mitgliedern nach eigenen Angaben eine der führenden Webseiten für Professional Networking, hat am 22. November das christliche Diskussionsforum ICHTUS geschlossen. Als Begründung gab der Webseitenbetreiber zunächst an, dass nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Nutzung durch religiöse und politische Gruppen nicht erlaubt sei. Es werde bedauert, dass das Forum Anfang 2006 versehentlich zugelassen worden sei. Tatsächlicher Hintergrund: Als ein jüdisches Forum keine Zulassung erhielt, gab es auch Proteste gegen das mittlerweile 450 Mitglieder zählende ICHTUS-Forum. Um den Vorwurf der Ungleichbehandlung zu vermeiden, entschloss sich openBC zur Schließung von ICHTUS. Dabei erwies sich der anfängliche Verweis auf die Geschäftsbedingungen als Irrtum. Denn openBC musste auf Nachfrage eingestehen, dass das Verbot religiöser und politischer Gruppen nicht in den AGBs, sondern nur in einem internen Dokument für die openBC-Mitarbeiter zu finden sei, berichtet ICHTUS-Moderator Thomas Mäder.
Die Enttäuschung der Mitglieder von ICHTUS ist groß. Eine alternative Diskussionsplattform ist noch nicht in Sicht, wird aber gesucht. Wenig Verständnis zeigt auch Thomas Mäder: Es bleibt die berechtigte Frage an das openBC-Management, weshalb es explizit eine Forenkategorie ´Politik und Gesellschaft´ gibt, wo doch keine politischen Diskussionen zugelassen sind, und weshalb zum Beispiel die religiöse Gruppe ´Feng Shui´ seine Daseinberechtigung in openBC hat.
openBC (neuerdings XING) wurde im August 2003 als Online-Kontaktbörse mit dem Ziel der Förderung von Geschäftsbeziehungen gegründet. Für Anfang Dezember ist der Börsengang geplant. (spe|28.11.2006)