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Übergewicht eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung - Süßwarenverband tritt in die Öffentlichkeit

Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On November 27, 2006 @ 12:30 am In +german, editor's news | Comments Disabled

Bonn > Die Zahl übergewichtiger Kinder und Erwachsener steigt - obwohl die Deutschen in den letzten Jahren tendenziell mehr Obst und Gemüse essen und der Zuckerkonsum stagniert. Experten und Wissenschaftler sind sich einig, dass Ernährungsaufklärung und Motivation zu mehr Bewegung nicht ausreichen, um Übergewicht vorzubeugen. Aktuelle Untersuchungsergebnisse brachte jetzt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (kurz BDSI) in die Öffentlichkeit:

Sozialen Faktoren wie Bildung und Geschlecht kommt in Bezug auf das Übergewicht eine wichtigere Rolle zu, als bisher angenommen. Das zeigen sowohl die ersten Ergebnisse einer Studie des Instituts für Humanernährung und Lebensmittelkunde an der Universität Kiel als auch die des aktuellen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KIGGS. “In der sozial schwächsten Gruppe sind im Vergleich zur sozial stärksten Gruppe doppelt so viele Kinder übergewichtig. Und oft stellt der soziale Status auch eine Barriere für Interventionsmaßnahmen dar. Was bei Kindern aus sozial gut gestellten Familien erfolgreich ist, führt in sozial schwachen Familie eher zum Gegenteil”, fasst Professor Manfred J. Müller vom Kieler Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde die Zwischenergebnisse einer Langzeitstudie(Kieler Adipositas Präventionsstudie [Kiel Obesity Prevention Study KOPS]) zusammen. Seit 1996 untersucht er die Einflussfaktoren auf die Entstehung von Übergewicht an über 11.500 Kieler Kindern.

Der BDSI stellt sich dem Thema Übergewicht. Und er unterstützt gemeinsam mit anderen gesellschaftlichen Kräften die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb). Die Plattform gibt es seit Ende 2004 als ein in Europa bislang einzigartiges Netzwerk, das sich der Vorbeugung gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen widmet. Sie zielt darauf ab, Eltern und Erziehungsverantwortliche zu befähigen, ein der Gesundheit der Kinder positives Umfeld zu schaffen und Eltern wie Kinder zu einem eigenverantwortlichen Handeln zu bewegen. Hier engagieren sich alle relevanten gesellschaftlichen Bereiche (Bundesregierung, Lebensmittelwirtschaft, Bundeselternrat, Deutscher Sportbund, CMA, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Krankenkassen sowie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten) mit einer Vielzahl von Projekten. peb kann aus unserer Sicht in der Europäischen Union als Vorbild und Beispiel dienen, um der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Prävention und Bekämpfung von Übergewicht gerecht zu werden.

Der BDSI ist ein Corporate Citizen - und ist in der Corporate Social Responsibility gemeinsam mit anderen aktiv. Der Verband betont auch in Bezug auf das Thema Übergewicht die Verantwortung der ganzen Gesellschaft:

Darin stimmt er mit Professor Müller überein, der einen gemeinsamen Kraftakt aller gesellschaftlichen Gruppen fordert. Es sei wichtig und richtig, das Ess- und Bewegungsverhalten schon bei Kindern positiv zu beeinflussen - das allein reiche aber nicht aus. Professor Müller weiter: “Jeder Einzelne in seiner Rolle als Verwandter, Partner, Freund, Nachbar, Bürger, Politiker muss Verantwortung übernehmen und handeln.” Ziel der Politik müsse es sein, soziale Unterschiede in der Gesellschaft anzugehen. Dass das ein richtiger Weg ist, zeigt auch der Blick über die Grenzen: In Ländern mit geringeren Unterschieden zwischen den sozialen Gruppen (z. B. in Schweden) gibt es weniger Übergewichtige als in Ländern mit größerem sozialen Gefälle. Darüber hinaus sei gesellschaftliches Engagement und Teilnahme jedes Einzelnen gefragt, um Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstachtung zu stärken und ihnen soziale Kompetenzen zu vermitteln.


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