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Nachhaltigkeit: Verlieren deutsche Unternehmen den Anschluss?
Posted By Prof. Dr. Thomas Beschorner On November 24, 2006 @ 5:54 pm In +german,Deutschland,Rat für Nachhaltige Entwicklung | Comments Disabled
Die Orientierung am Leitbild Nachhaltigkeit gewinnt auch in deutschen Chefetagen an Bedeutung. Einerseits. Andererseits bleibt für viele Unternehmen die Sorge um die Reputation wichtigster Antrieb. Im internationalen Vergleich ist diese Motivation kaum mehr konkurrenzfähig. Ein erstarkender Einfluss von Investoren könnte dies bald ändern.
Denn auch hierzulande wollen Banken, Investoren und Versicherungen zunehmend wissen, zu welchen ökologischen und sozialen Bedingungen Unternehmen wirtschaften. Im internationalen Vergleich hinken der deutsche Finanzsektor und die Unternehmen bei der Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien jedoch hinterher. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltberatungsunternehmens URS Deutschland [1] GmbH.
Die Finanzbranche ist sich des Nachholbedarfs mittlerweile bewusst. Und zwar stärker als dies auf Unternehmensseite der Fall ist, erklärt Martin Viehöver von URS. In Zukunft sei daher davon auszugehen, dass die Kapitalgeber der Nachhaltigkeitsberichtserstattung mehr Aufmerksamkeit widmen. Viehöver rät, dabei den „internationalen Blickwinkel nicht zu verlieren“. Wolle man den Anschluss behalten, müsse man sich in der Berichterstattung an internationalen Standards orientieren.
Derzeit scheint es um die Konkurrenzfähigkeit deutscher Firmen in Sachen Nachhaltigkeit schlecht bestellt. Diesen Schluss legt zumindest eine Studie des Beratungsunternehmens SustainAbility nahe. Der Bericht „Tomorrow’s Value“ führt die weltweit in Sachen Berichterstattung, Transparenz und Offenlegung führenden Unternehmen auf. Deutsche Firmen erscheinen in dem Ranking nur noch am Rande. Lediglich adidas (Platz 21), Henkel (42) und KarstadtQuelle (47) schafften es in die Top50. Volkswagen und die Deutsche Telekom, beide in der Vorläuferstudie 2004 noch gelistet, fielen heraus.
Der Wettbewerb gewinnt an Dynamik. SustainAbility-Gründer John Elkington bescheinigt „eine sich fortsetzende Verbesserung in der Qualität der Berichterstattung“. Zugleich kämen neue Berichterstatter hinzu. Gegenüber dem Jahr 2004 ist die Hälfte der 50 führenden Unternehmen erstmals aufgeführt, darunter fünf Firmen aus Nicht-OECD Staaten.
Bei einer zunehmenden Anzahl Unternehmen ändert sich zudem der Blickwinkel auf die Nachhaltigkeitsagenda. Die Entwicklung geht demnach weg von der Risikoreduzierung, hin zur Wertschöpfung. Einige Vorreiter erkennen in Nachhaltigkeitsstrategien bereits Chancen für Innovationen und neue Märkte. Zwar seien diese Pioniere noch in der Minderheit. Der beginnende Einfluss der Finanzmärkte könnte aber dazu beitragen, dass sich dies bald ändert, so SustainAbility.
In Deutschland steht diese Entwicklung in großen Teilen noch aus. Zwar setzt sich laut URS auch in den Unternehmen die Erkenntnis durch, dass Nachhaltigkeitsaspekte für den ökonomischen Erfolg bedeutsamer werden. Noch ist aber die Sorge um die Reputation der wichtigste Beweggrund, so die Studie.
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www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuell/news/2006/22-11_04/content.html [2]
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