Hamburg > Die Bevölkerung vertraut den großen deutschen Wirtschaftsunternehmen noch weniger als Bundestag und Bundesregierung, die beide ebenfalls unter einem erheblichen Vertrauensmangel leiden. Das belegen neue Ergebnisse der Wertestudie „Ethik-Monitor“ der gemeinnützigen Hamburger Stiftung „Wertevolle Zukunft“. Im Auftrag der Stiftung erstellte Emnid eine repräsentative Umfrage unter 1.003 Bundesbürgern.
Ursachen des Vertrauensverlustes in die großen Wirtschaftsunternehmen finden sich im Misstrauen gegenüber den führenden Wirtschaftsakteuren: 79 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass die Wirtschaftsführer vor allem an ihre eigenen Interessen denken und ganze 42 Prozent meinen, die meisten Wirtschaftsführer seien korrupt. Nur knapp 13 Prozent glauben, es ginge den Spitzen der Wirtschaft auch um das Gemeinwohl. 77 Prozent äußern die Überzeugung, dass es den Spitzen der Wirtschaft vor allem nur noch um die Steigerung des Aktienkurses auf Kosten der Mitarbeiter gehe. Zu den Ergebnissen meint Prof. Dr. Behnke von der LMU München, Leiter des Forscherteams, das die Studie auswertet: „Es gibt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vertrauensverlust der großen Unternehmen und der Bewertung der Wirtschaftsführer.“ Das Vertrauen in den Mittelstand ist dagegen deutlich höher als das in die großen Wirtschaftsunternehmen.
Weitere Infos im Internet: www.wertevolle-zukunft.de