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(K)eine Lobby für Kinder – Verringerung der Kindersterblichkeit und Verbesserung der Müttergesundheit in der Diskussion
Posted By Katrin Bosnjak (Initiative für Nachhaltigkeit) On November 17, 2006 @ 1:52 pm In +german | Comments Disabled
Im Rahmen der Vortragsreihe „Großer Wurf oder Mogelpackung? Die UN-Millenniumsentwicklungsziele“ stellte Petra Stephan von der Kindernothilfe dies am vergangenen Montag äußerst deutlich heraus.
Basis allen Verständnisses des Themas Kindersterblichkeit stellt die UN-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989, welche sich als bindender völkerrechtlicher Vertrag darstellt, jedoch keinerlei Sanktionen bei Nichterfüllung nach sich zieht – aber dies muss an anderer Stelle diskutiert werden.
Die MDGs aber sind im Gegensatz dazu als eine Art Handlungsanweisung, ohne jeglichen verpflichtenden Charakter, zu verstehen. Neu sind in diesem Zusammenhang der klare Zeithorizont, quantitative Zielvorgaben und messbare Indikatoren zur Fortschrittskontrolle. Bei diesem Wort aber muss man stutzig werden. Wenn schon bei der Nichterfüllung eines völkerrechtlichen Vertrages keine Sanktionsinstanzen existent sind, wie soll es dann bei einer unverpflichtenden Handlungsanweisung aussehen? Einziger Wehrmutstropfen scheint an diesem Punkt die Kraft der Medien zu sein, welche sich an Negativschlagzeilen hochziehen. Doch reicht dies als anspornende Kraft aus um das Bewusstsein dafür zu stärken die grundlegensten Maßstäbe für ein würdevolles Kindsein erreichen zu müssen?
Es war zwar eine Halbierung der Kindersterblichkeit in den 60er zu verzeichnen, doch seit den 90ern verlangsamen sich die Reduktionsraten. Einfachste Mittel könnten dem Abhilfe schaffen, wie Masernimpfungen oder Arzneien gegen Durchfall- und Atemwegserkrankungen. Wie sollen aber die Raten gesenkt werden, wenn sogar in einem im Wachstum begriffenen Land wie China nicht flächendeckend geimpft wird? Wirtschaftswachstum ist also keine Garantie…
Bei gleich bleibender Entwicklung wird das Ziel des MDGs 4 erst 2045 erreicht, in Problemgebieten, wie der Subsahara/Afrika, erst 2115.
Wichtige Faktoren bei der Zielerreichung des MDGs 4 stellen das MDG 5 (Verbesserung der Müttergesundheit) und das MDG 3 (Geschlechtergleichstellung) dar, wie auch alle Ziele aufs Engste miteinander verwoben sind.
Armut, AIDS und das Fehlen einer ökologischen Nachhaltigkeit beeinflussen zudem die Kindersterblichkeitsrate.
Doch, wenn – wie oben angemerkt – die politischen Strukturen eine Zielerreichung nicht zulassen bzw. der politische Wille fehlt, können auch die MDGs nichts bewirken. Man kann zwar feststellen, dass die MDGs medienwirksamer als die UN-Kinderrechtskonvention ist, dennoch kommen Kinder in den bislang verfolgten Armutsstrategien nicht vor! Es bleibt viel zu tun!
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