Stuttgart > Einen Vorschlag zur Weiterentwicklung des Umweltmanagement-Systems „EMAS“ in ein Nachhaltigkeits-Managementsystem „EMASplus“ hat Ende vergangener Woche die Stuttgarter Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE) dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit überreicht. Die Übergabe fand im Rahmen der Beiratssitzung des Projektes „Sustainable Churches“ statt, das von der EU (Life) und der Bundesumweltstiftung (DBU) unterstützt wird. Vertreter aus der Evangelischen und Katholischen Kirche überreichten dazu ein Memorandum. Darin fordern sie von der Politik klare Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften und ein vorbildliches Handeln des Staates durch eine öffentliche Beschaffung mit Umwelt- und Sozialstandards.
„EMASplus“ wurde von KATE gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelt. Für die ökologische Verantwortung der Unternehmen gibt es bereits eine Reihe anerkannter und wirtschaftlich attraktiver Methoden. Die Verantwortung für die Gesellschaft (Corporate Social Responsibility, CSR) dagegen wird noch keineswegs überall in gleicher Intensität wahrgenommen. Gesellschaftlich akzeptierte Regeln und belastbare Instrumente um CSR zu messen und in einem strategischen Gesamtkonzept umzusetzen, sind erst im Ansatz vorhanden.
Das nun neu entwickelte Premium-System „EMASplus“ schließt diese Lücke. Es basiert auf dem europaweit bekannten und etablierten Umweltmanagementsystem „EMAS“. Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Statt für weitergehende Anforderungen ein völlig neues System zu entwickeln, ist es uns auf der Basis von EMAS gelungen, die sozialen und ökonomischen Faktoren in einem Managementsystem zu integrieren.“ Basierend auf den weltweit anerkannten Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) trage „EMASplus“ umfassend allen Anforderungen an CSR Rechnung und kann europaweit als Nachhaltigkeitsmanagement zertifiziert werden.
Im Rahmen des EU-Projektes „Sustainable Churches“ sind Einrichtungen der Sozialwirtschaft, Bildungshäuser und kirchliche Verwaltungen in einer Pilotphase nach „EMASplus“ zertifiziert worden. Die Ergebnisse belegen die praktische Umsetzbarkeit des Systems. Der Dialog mit Vertretern von Unternehmen zur Übertragbarkeit in verschiedene Branchen hat bereits begonnen.
Infos im Internet: www.emasplus.org