Radermacher: “Es gibt diese Probleme, nicht, weil man sie nicht lösen kann, sondern weil eine bestimmte Machtelite den Globus genauso haben will, wie er ist.”
Die Initiative für Nachhaltigkeit nahm am 30.10. im Düsseldorfer Görres-Gymnasium an dieser packenden Veranstaltung teil, wo hochrangige Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in einen Dialog nicht nur untereinander, sondern auch mit dem Publikum traten. Die komplett ausgefüllte Aula wurde Schauplatz eines überaus großen Interesses an diesem Thema. Nach kurzen Statements der Referenten blieb viel Raum für Fragen aus dem Publikum, welche meist an Prof. Radermacher gerichtet waren.
Karin Kortmann (SPD-Abgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) machte in Ihrem Statement klar, an welchen Punkten der Entwicklungspolitik angesetzt werden muss um sie auszubauen. Konsens bestehe bei der Weiterentwicklung von Armuts- und Friedenssicherung und der Gestaltung von Globalisierung. Letzteres in dem Sinne, dass nicht nur Gelder bereitgestellt werden sollen, sondern die Weichen für eine faire Marktwirtschaft gestellt werden müssen, indem Zollhemmnisse und Subventionen für europäische Güter abgeschafft werden.
Foster Deibert (West LB, Leiter der Abteilung Sustainability Managment) merkte an, dass die West LB bei der Bereitstellung von Kapitalzugängen ansetzen kann, aber vor dem Problem größerer Gesetzeslücken stehe, welche Unternehmen und Banken zusammen – aus einer selbstverpflichteten Position heraus - schließen könnten.
Konsul Peter Hesse (Unternehmer, Stiftungsgründer und entwicklungspolitischer Beauftragter der CDU-Düsseldorf) stellte Frage von der Reihenfolge der Ziele.. Am Anfang stehe die Vision von einer Welt in Balance, welche als Fernziel die Öko-Soziale-Marktwirtschaft hat und sich durch Transparenz, Partizipation, Subsidiarität sowie Nachhaltigkeit auszeichnet. Nächster Schritt wäre es von Frau Dr. Merkel, bei dem G8-Gipfel den Fokus aller auf die Gestaltung einer besseren Weltordnung zu lenken.
Winfried Mengelkamp (Leiter der Gruppe Internationale Zusammenarbeit im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW) forderte Kooperationen der nationalen Hochschulen mit denen aus Südafrika. Er merkte weiterhin an, dass bei einer Verbesserung des Marktzutritts von Entwicklungsländern, die inländischen Landwirte benachteiligt seien.
Professor Dr. Dr. Franz Josef Radermacher (Mitglied des Club of Rome und Mitinitiator der Global Marshall Plan Initiative) diskutierte die Definition von Armut, die nichtgewollte Umverteilung von Macht wie auch eine Infragestellung des Systems, welches die Grundlage für Ungerechtigkeit ist. Er stellte die Forderung einer Gemeinwohlorientierung und machte klar, dass in einer globalen Demokratie keiner mehr verhungern müsste.
www.globalmarshallplan.org/index_ger.html
Termine der Global-Marshall-Plan- Initiative:
www.globalmarshallplan.org/infocenter/occasions/index_g [...]