Werteorientiertes Führungsverhalten kann ein bedeutender Erfolgsfaktor für mittelständische Unternehmen sein. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage der Katholischen Universität Eichstätt und des Bundes Katholischer Unternehmen e.V. (BKU) unter den Mitgliedern des BKU, die im bku-Journal 3/2006 veröffentlicht wurde.
Als wichtigste Werte nennen die befragten Unternehmer die Sekundärtugenden Verlässlichkeit, Fairness, Ehrlichkeit und Respekt. Überraschend: Die vorrangige Aufgabe wird insbesondere in der Erfüllung der Vorbildfunktion (über 90 Prozent) gesehen. Diese richtet sich vor allem nach innen auf die Mitarbeiter und erst in zweiter Linie auf Kunden und Konkurrenten.
Konkrete Beispiele für Wertorientierung im Unternehmen sind für die meisten Befragten die Schaffung mitarbeiterfreundlicher Bedingungen und die Förderung von Mitarbeitern. Dadurch werde die Motivation der Mitarbeiter gesteigert und ihre Bindung an das Unternehmen verstärkt. Der Vorteil: Es gibt weniger innere Kündigungen und eine größere Identifikation mit dem Unternehmen.
Den wirtschaftlichen Nutzen erwarten die Unternehmer durch ein verbessertes Arbeitsklima (85 Prozent), ein höheres Image (80 Prozent) und ein intaktes Umfeld (75 Prozent). Verantwortliches Führungsverhalten steht laut Umfrage nicht im Gegensatz zu Wirtschaftlichkeit, sondern ist eine ihrer Voraussetzungen. Es kann als Element strategischer Unternehmensführung zum handfesten Wertschöpfungsfaktor werden, der die Wettbewerbsfähigkeit langfristig entscheidend erhöht, stellt die Studie fest. (beko|23.10.2006)