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Responsibility-Rethorik: Wir haben uns nicht aus dem Projekt zurückgezogen, sondern nur mitgeteilt, dass wir uns nicht hineinbegeben
Posted By Prof. Dr. Thomas Beschorner On October 23, 2006 @ 6:15 am In +german,Berlin,Bulgarien,Deutschland,Oldenburg | Comments Disabled
„Wir haben uns nicht aus dem Projekt zurückgezogen, sondern nur mitgeteilt, dass wir uns nicht hineinbegeben.“ Mit diesen Worten zitierte der Tagesspiegel aus Berlin [1] am Samstag einen Pressesprecher der Deutschen Bank im Hinblick auf eine durchaus bemerkenswerte Entwicklung und Entscheidung. Scharfsinn hin, Spitzfindigkeit her: Die Deutsche Bank und die Hypo-Vereinsbank wollen sich nun doch nicht an der Finanzierung eines Kernkraftwerks in Bulgarien [2] beteiligen. Vorangegangen waren heftige Proteste von Umweltschützern in Deutschland [3], die weitere Aktionen angekündigt hatten.
Die Nachrichtenlage ist naturgemäß nicht ausgewogen: Die Deutsche Bank und die Hypo-Vereinsbank hatten bis Sonntagabend keine Informationen dazu auf ihrer Homepage veröffentlicht. Viele Medien haben das Thema nicht oder noch nicht aufgegriffen. Spiegel-Online und FAZ.net [4] beispielsweise brachten keine Meldung dazu. An der Bewertung des Projekts, auch der ökologischen, habe sich nichts geändert, so die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom Samstag. Weiter wusste das Blatt unter Berufung auf “Bankenkreise” zu berichten, dass der Schritt allein auf Proteste der Gruppen Urgewald, Ausgestrahlt und ihrer europäischen Partner zurück gehe.
“Wir haben gewonnen!” So titelt die Aktion Ausgestrahlt auf ihrer Homepage und bezeichnet weiter die Ankündigung der beiden Banken als “einen tollen Erfolg!” Noch ist das Projekt als solches nicht gekippt, weshalb Greenpeace den Erfolg der beteiligten Umweltorganisationen zu recht als Teilsieg bezeichnet und hofft, dass das der erste Schritt vom Ende des gefährlichen Projekts ist.
Urgewald berichtete, in Deutschland hätten bereits über 10.000 Menschen Protestbekundungen an die Banken geschickt, nachdem die Umweltschützer eine bundesweite Aktionswoche vom 23. bis 27. Oktober angekündigt hatten. Die Organisation ruft unverändert zur bundesweiten Aktionswoche gegen Deutsche Bank und Hypo-Vereinsbank auf. Es gehe darum von den Banken zu fordern, dass sie die richtigen Lehren ziehen: Der Protest richtete sich nicht nur gegen das besonders schlechte AKW in Bulgarien, sondern auch generell gegen die Finanzierung von Atomkraft.
Kann David also doch den Goliath beeindrucken?
Robin Keppel, Oldenburg [5]
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[2] Bulgarien: http://csr-news.net/main/tag/bulgarien/
[3] Deutschland: http://csr-news.net/main/tag/deutschland/
[4] FAZ.net: http://FAZ.net
[5] Oldenburg: http://csr-news.net/main/tag/oldenburg/
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