Prof. Nuscheler (Senior Fellow des INEF, Universität DUE) gab den Einstand für die Vortragsreihe „Großer Wurf oder Mogelpackung – die UN Millenniums-Entwicklungsziele“an der Universität Duisburg-Essen.
Die Ringvorlesung fand am 16.10. einen gelungenen Start mit der Stand Up-Aktion gegen Armut. Insgesamt standen 45 Teilnehmer auf, um ein Zeichen gegen die Armut zu setzen.
Eine Mischung aus mitreißendem Vortrag und angeregter Diskussion gestaltete einen gelungen Abend. In seinem rund anderthalb-stündigen Vortrag ließ Prof. Nuscheler schnell aufeinander folgende Pro- sowie Contra-Argumente auf das Auditorium prasseln.
Sein Augenmerk lag dabei hauptsächlich auf den korrupt-politischen Strukturen und den daraus resultierenden desolaten sozioökonomischen Verhältnissen. Eine Vervielfachung der Gelder führe nicht zu einer besseren Zielerreichung, da jährlich 7 Millionen $ Entwicklungsgelder aufgrund von strukturellen Gegebenheiten verpuffen. Gefragt ist also ein zielgerechter Einsatz der bereits verfügbaren Mittel, welcher auf einer strukturierten Herangehensweise beruht und nicht, wie derzeit praktiziert, Symptome bekämpft.
Ob die MDGs ein großer Wurf oder eine Mogelpackung seien, beantwortete Prof. Nuscheler mit einem „sowohl als auch“. Neu sei der Ruck, der – wie durch eine religiöse Mantra-Formel hervorgebracht – durch die Gesellschaft gehe. Neu sei auch die quantitative Zielvorgabe durch die Jahreszahl 2015 und eine damit einhergehende Leistungskontrolle. Alt seien jedoch die Ziele, welche bereits bis zum Ende des letzten Jahrhunderts hätten gelöst werden sollen.
Nuscheler betonte, dass die MDGs zu plakativ seien sowie keine Antworten zur Problemlösung bieten, daher näheres Verständnis nicht erreicht werden kann. Er empfiehlt jedem Interessierten, die Erklärung zu lesen – und: sich zu regen.
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