Aachen > Die Grünenthal Stiftung für Palliativmedizin hat ein neues Vorstandmitglied: Professor Dr. med. Hans Edgar Reis, ehemaliger Chefarzt für Innere Medizin der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach. Damit gewinnt die Stiftung einen international anerkannten Mitstreiter für das Leben und gegen aktive Sterbehilfe und ärztlich assistierten Suizid.
Professor Hans Edgar Reis zählt zu den Medizinern, die sich unter anderem im Bereich Ethik profiliert haben. Als Kliniker mit ausgezeichneten Erfahrungen im Bereich Stammzellenforschung hat er sich intensiv nicht nur mit den medizinischen Aspekten von Wissenschaft und Praxis beschäftigt, sondern auch mit den ethisch-moralischen. Reis stellt die Medizin in den unbedingten Dienst des Lebens. „Für mich ist die Palliativmedizin eine der wichtigsten und ältesten Fächer der medizinischen Fachrichtungen und wird mit zunehmender Alterung der Bevölkerung zunehmende Bedeutung erlangen“, erläutert Professor Reis. Er wurde gestern offiziell als neues Vorstands-Mitglied der Grünenthal Stiftung für Palliativmedizin eingeführt.
Ein wesentliches Anliegen der Stiftung ist die Vermittlung von Kompetenzen in Fragen der Ethik und Gesprächsführung mit Schwerkranken und Sterbenden sowie die Auseinandersetzung mit dem Sterben als einem zum Leben gehörenden Prozess. Dafür müssen an den Universitäten Ausbildungsprogramme bereits für die Studierenden etabliert und auch nach Abschluss des Studiums Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung zum Thema Palliativmedizin ermöglicht werden. „Palliativmedizin muss dringend einen festen und prominenten Platz in der medizinischen Aus- und Weiterbildung erhalten“, fordert Michael Wirtz. „Nur so kann der notwendige Qualitätsstandard garantiert werden, und nur so werden wir ein ethisch fundiertes Umdenken beim Thema Schmerz in unserer Gesellschaft erreichen.
Der Todeswunsch Schwerstkranker entspringt häufig nicht der Krankheit selbst, sondern der Angst vor einem qualvollen Sterben, vor Einsamkeit, Leiden und unvorhersehbaren Veränderungen in allen Lebensbereichen. Diesen Ängsten zu begegnen und sie abzubauen, ist das erklärte Ziel der Grünenthal Stiftung für Palliativmedizin. Die Grünenthal GmbH hat dazu in Deutschland 1998 die Grünenthal Stiftung für Palliativmedizin und international 2001 die P.A.I.N.-Initiative (Pain Associates’ international Network) ins Leben gerufen, um interdisziplinär an Konzepten für die Praxis zu arbeiten.
Weitere Infos im Internet: www.pain-initiative.com