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CSR: Verantwortung für Unternehmen und Politik


Monday, September 25th, 2006


Eine Podiumsdiskussion anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahl 2006

respACT austria hat gemeinsam mit IV und WKÖ zu einer Podiumsdiskussion über Corporate Social Responsibility (CSR) und die politischen Rahmenbedingen für dieses Konzept der unternehmerischen Verantwortung, eingeladen.

Der Einladung zur Diskussion gefolgt waren Klaus Pöttinger, Vizepräsident Industriellenvereinigung, Bruno Rossmann, NR-Kandidat Die Grünen, Christian Seiwald, Geschäftsführer Novartis Austria und Birgit Riess, CSR-Expertin der Bertelsmann Stiftung.

Der Anspruch ist nicht Sozialromantik

In seiner Eröffnungsrede konstatierte Pöttinger, dass „die Politik mit der Rolle als alleiniger Regulator überfordert ist. Sie hat - nicht zuletzt im Zuge der Globalisierung - an Steuerkraft eingebüßt.” Pöttinger sieht CSR als privatwirtschaftliches Thema und Managementansatz und nicht als Sozialromantik. Unternehmen sind im eigenen, ebenso wie im Interesse der Gesellschaft immer stärker herausgefordert sich gesellschaftlich einzubringen. „Aber dazu bedarf es auch geeigneter Rahmenbedingungen, die die Politik liefern muss, denn nur in einer förderlichen Umgebung kann sich CSR entfalten”, so Pöttinger. In diesem Zusammenhang forderte er eine rasche Umsetzung der Spendenabsetzbarkeit nach der Nationalratswahl.

Keine CSR-Regulierung, sondern Wettbewerb

Birgit Riess betonte in ihrem Impulsstatement die Freiwilligkeit von CSR-Maßnahmen: „Der europäische Vergleich zeigt, dass dieser Zugang Kreativität und Innovation deutlich mehr fördert, als Verpflichtungen. Für sie ist Wettbewerb die beste Lösung, eine Regulierung durch den Staat funktioniert nicht. Unternehmen sollen auch mit ihren CSR-Maßnahmen in Konkurrenz treten. Staat, Wirtschaft und der Dritte Sektor sind nicht strikt zu trennen. Die Möglichkeit neuer sozialer Partnerschaften sieht Riess in der Förderung der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen durch die Politik. Die Bertelsmann Stiftung veröffentlichte im Juni 2006 die Studie „Partner Staat? CSR-Politik in Europa”.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft wünscht sich Christian Seiwald von Novartis. Und das auch auf internationaler Ebene, dh in Form globaler Rahmenbedingungen. Das Pharmaunternehmen unterhält u.a. gemeinsam mit der WHO Projekte zur Bekämpfung von Lepra, Malaria und Tuberkulose und betreibt die renommierte „Novartis Foundation for Sustainable Development”.

Corporate Self-Responsibility?

Im Sinne der grünen Gesinnung stellte Bruno Rossmann dem österreichischen CSR-Verständnis einen negativen Befund aus und sprach von „Corporate Self-Responsibility”. Die Grünen meinen, dass Freiwilligkeit nicht ausreicht und Anreize sowie Sanktionen hinsichtlich der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen, ebenso wie ein externes Monitoring, fehlen. Die Grünen wollen keinen Gegensatz von Staat und Wirtschaft, vielmehr soll der Staat als Moderator auftreten und z.B. ethische Investments fördern.

Die verschiedenen Standpunkte der DiskutantInnen wurden in der anschließenden Diskussion lebhaft diskutiert. Einigkeit herrschte in der Frage Kooperation: Wie in der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft, braucht es auch eine starke und verstärkte Einbeziehung der Politik in die Debatte zur gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen. Damit kann gewährleistet werden, dass Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen - in Österreich, Europa und global - entwickelt werden, die auch langfristig Bestand haben.




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