- CSR NEWS | csr-news.net - http://csr-news.net/main -
Corporate Social Accountability statt Corporate Social Responsibility? - die Consulting-Akademie diskutierte in Kaiserslautern
Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On September 21, 2006 @ 6:15 am In +german, editor's news | Comments Disabled
Kaiserslautern > Bei der Verwirklichung der “guten Unternehmensbürgerschaft” (Corporate Citizenship) sieht taz-Redakteur Hannes Koch eine weite Lücke zwischen Theorie und Praxis. Bei einer öffentlichen Diskussion der “Consulting-Akademie Unternehmensethik” in Kaiserslautern am Mittwochabend forderte Koch eine “Corporate Social Accountability” - international gültige Rechtsnormen zur gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung. Die sei auch für unsere Volkswirtschaft bestandssichernd. Schließlich gefährdeten Produkte, die im Ausland unter Missachtung von Arbeitsstandards zu Spottpreisen hergestellt und dann nach Deutschland importiert würden, auch unsere Arbeits- und Lebensstandards.
Das sahen nicht alle Diskussionsteilnehmer so. Dr. Thomas Beschorner von der Universität Oldenburg setzt auf freiwillige Spielregeln. Nationales Recht greife für die gesellschaftliche Verantwortung der Global Player zu kurz, und internationale Rechtsnormen seien in weiter Ferne. “Hier gewinnt das so genannte ’soft law’, Regime sozialer Gerechtigkeit wie etwa der Global Compact oder die Arbeitsstandards der IOL, an Bedeutung“, betonte Beschorner. Denn auch die Einhaltung solcher Regeln werde sanktioniert - etwa durch Reputationsverlust bei ihrer Missachtung.
Auf die Lern- und Dialogbereitschaft der Unternehmen setzt auch der UN Global Compact. “Wir glauben, dass Freiwilligkeit der richtige Ansatz ist“, so dessen Vertreter Matthias Stausberg. Zwar seien erst etwa 3.000 von weltweit 60.000 multinationalen Unternehmen Mitglied im Global Compact. “Aber das ist ein guter Erfolg, wenn man bedenkt, dass wir vor sechs Jahren mit 38 Unternehmen begonnen haben.” Mitglieder im Global Compact verpflichten sich zu einer jährlichen öffentlichen Beichterstattung über die Einhaltung der Mitgliedskriterien des Bündnisses. Tun sie dies nicht, können sie auf der Website der Organisation dafür gebrandmarkt werden. Der öffentliche Dialog verändert Unternehmen”, ist Stausberg zuversichtlich. Dem Gast aus New York verdankten die Zuhörer zudem eine Definition des CSR-Begriffs: Eine Definition des CSR-Begriffs lieferte Matthias Stausberg vom UN Global Compact, New York: “Der Corporate Social Responsibility geht es nicht darum, wie Geld ausgegeben, sondern wie es verdient wird“.
Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass CSR in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werde. “Was bisher in Sachen CSR passiert ist, das ist erst der Anfang vom Anfang“, formulierte Hannes Koch. Die weltweite Freihandelspolitik verschiebe das Gleichgewicht zwischen Politik und Unternehmen in Richtung Unternehmen. Das bewirke Rechtfertigungsdruck. Weitere Treiber für die CSR-Diskussion seien eine Polarisierung zwischen arm und reich, wachsende Umweltprobleme (etwa der Klimawandel) und eine wohlhabende Mittelschicht, die Ansprüche auf - auch ökologisch und sozial - höherwertige Produkte entwickele.
Mitveranstaltet wurde die Podiumsdiskussion “CSR: talk und action?!” von den Wirtschaftsjunioren Kaiserslautern.
Infos im Internet: [1] www.ca-unternehmensethik.de
Article printed from CSR NEWS | csr-news.net: http://csr-news.net/main
URL to article: http://csr-news.net/main/2006/09/21/corporate-social-accountability-statt-corporate-social-responsibility-die-consulting-akademie-diskutierte-in-kaiserslautern/
URLs in this post:
[1] www.ca-unternehmensethik.de: http://www.ca-unternehmensethik.de
Click here to print.