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Umweltschmutz: Jahresbericht des Umweltbundesamtes bringt Zahlen


Thursday, September 7th, 2006


„Anspruchsvoller Umweltschutz verbessert die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen in unserem Land. Umweltschutz ist auch Gesundheitsvorsorge.“ Das sagte jetzt der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge. Und insofern hat Umweltnachhaltigkeit eben auch sehr viel mit sozialer Nachhaltigkeit zu tun. Wie es nach Meinung des Umweltbundesamtes (UBA) und des Bundesumweltministeriums um die natürliche Umwelt in und die Auswirkungen auf die Menschen bestellt ist, geht aus dem neuen UBA-Jahresbericht hervor:

Weltweit werden Energie und Rohstoffe knapper, gleichzeitig nimmt ihr Verbrauch zu und die Energiepreise steigen. Die Treibhausgase beschleunigen den Klimawandel, Luftschadstoffe belasten Mensch und Umwelt. Angesichts dieser ökologischen und ökonomischen Herausforderungen sind grundlegende Änderungen in der Energiepolitik und ein Quantensprung beim effizienten Umgang mit Ressourcen und Energie notwendig. Das betonten Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge, bei der Vorstellung des UBA-Jahresberichtes heute in .

Gabriel sagte: „Umweltschutz muss stärker als bisher die Richtung der wirtschaftlichen Entwicklung bestimmen. Denn nur eine Ressourcen schonende Wirtschaft ist auf Dauer eine erfolgreiche Wirtschaft. Ambitionierte Umweltstandards führten schon in der Vergangenheit zu Innovations- und Produktivitätsschüben. Sie haben unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Nicht umsonst stammen 19 % aller weltweit gehandelten Umwelttechnologien aus Deutschland. Da immer mehr Menschen am Wohlstand teilhaben wollen und sollen, werden intelligente Produkte, Dienstleistungen und Politikinstrumente – wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder der Emissionshandel – in der Zukunft noch mehr zur zentralen Voraussetzung
für Wett-bewerbsfähigkeit.“

Wie der Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen zu Innovationen und wirtschaftlichem Wachstum beitragen kann, beschreibt das UBA ausführlich in seinem Bericht. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Belastung der menschlichen Gesundheit durch negative Umwelteinflüsse, z. B. durch Luftschadstoffe wie Feinstaub, Arzneimittelrückstände im Trinkwasser oder durch gefährliche Chemikalien. Troge: „Anspruchsvoller Umweltschutz verbessert die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen in unserem Land. Umweltschutz ist auch Gesundheitsvorsorge.“

Der UBA-Präsident stellte auch erste Ergebnisse eines bundesweiten Kinder-Umwelt-Survey vor. Diese über drei Jahre laufende Studie wird erstmals repräsentative Daten über die Schadstoffbelastung von drei- bis 14-jährigen Kindern in Deutschland liefern. Dabei ist positiv zu verzeichnen, dass die Bleibelastung in den vergangenen 14 Jahren deutlich abgenommen hat. Dieser Erfolg geht in erster Linie auf wichtige Umweltschutzmaßnahmen wie z.B. die Einführung des bleifreien Benzins zurück.

Die Wirkungen des Passivrauchens auf Kinder wird hingegen kritisch gesehen: In 45 Prozent der Haushalte, in denen täglich geraucht wird und in denen Kinder leben, überschreiten die Benzolkonzentrationen in den Wohnungen den ab 2010 geltenden EU-Grenzwert für Benzol in der Außenluft.

Feinstäube aus Pkw, Lkw, Industrieanlagen oder heimischen Kaminen beeinträchtigen die Gesundheit der Menschen in Deutschland und ganz erheblich. Obwohl seit Januar 2005 EU-weit zum ersten Mal verbindliche
Konzentrationsgrenzwerte für Feinstaub in der Außenluft gelten, ist der Erfolg der bisher ergriffenen Maßnahmen zur Feinstaubminderung geringer als erhofft. In Deutschland und vielen anderen EU-Mitgliedsstaaten können die EU-weit festgelegten Grenzwerte derzeit, insbesondere in den vom Verkehr hoch belasteten Gebieten, noch nicht überall eingehalten werden. Das UBA schlägt daher unter anderem vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die europäischen Vorgaben einzuhalten. UBA-Präsident Troge: „Hier ist auch die Europäische Union in der Pflicht. Sie sollte beispielsweise zügig deutlich niedrigere Dieselpartikelgrenzwerte für Neufahrzeuge vorschreiben.“

Der Jahresbericht 2005 des Umweltbundesamtes ist als Druckfassung einschließlich einer CD-ROM bei GVP Gemeinnützige Werkstätten , In den Wiesen 1-3, 53227 , Telefon: 01888/305-3355 (zum Ortstarif); Fax: 01888/305-3356; E-Mail: ed.dnasrevnereuhcsorbnull@abu kostenlos erhältlich. Der Bericht steht auch im Internet als PDF-Dokument unter www.umweltbundesamt.de, Rubrik „Presse“ oder „Publikationen“ zum Download bereit. Eine englische Fassung des Jahresberichts 2005 erscheint in Kürze.

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Prof. Dr. Thomas Beschorner

Prof. Dr. Thomas Beschorner ist wissenschaftlicher Leiter von CSR NEWS. Er ist Professor an der Universität St. Gallen und dort Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik

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