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Fischerei: Bundesminister Gabriel sieht Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Erfolg mit Umwelt- und Naturschutz


Wednesday, August 30th, 2006


Die „Deutsche See“ Fischmanufaktur in will ein nach den Kriterien des Marine Stewardship Councils (MSC) zertifiziertes Produktsortiment auf den Markt bringen. Das geht aus einer Meldung des Bundesumweltministeriums (BMU) hervor.

Bundesumweltminister Gabriel hat jetzt diese Entscheidung begrüßt und erklärt: „Mit diesem Produktsortiment stellt Deutschlands größter Verarbeiter von Frischfisch unter Beweis, dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Erfolg sowie Umwelt- und Naturschutz möglich ist“, so Gabriel.

Das BMU teilte weiter mit: Bereits im November 2005 gab es auf dem vom Bundesumweltministerium veranstalteten Symposium „Ökozertifizierung in der Fischerei – ein Beitrag zum Schutz mariner Arten und Lebensräume“ ein klares Bekenntnis der Fischwirtschaft, sich für eine nachhaltigere und ökosystemverträglichere Fischerei einzusetzen. Fischer, Verarbeiter und Handel hätten erkannt, dass intakte Lebensgemeinschaften in Meeren und Gewässern ihre wirtschaftliche Grundlage sind und steuerten nun mit eigenen Initiativen dem Raubbau an den Meeren entgegen. „Mit der breiten Einführung MSC-zertifizierter Produkte kann die deutsche Fischwirtschaft ihre nachhaltige Produktionsweise unter Beweis stellen. Durch ein gezieltes Kaufverhalten können Verbraucherinnen und Verbraucher diesen positiven Ansatz unterstützen und so einen Beitrag zum Schutz der Meere leisten“, sagte Gabriel.

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt sei unmittelbar mit den berechtigten ökonomischen Interessen der Fischer und der Fischwirtschaft verknüpft. Das Bundesumweltministerium setze sich daher im Interesse des Umwelt- und Meeresnaturschutzes, der Verbraucherinnen und Verbraucher und einer gesunden Fischwirtschaft dafür ein, dass der Schutz der marinen Ökosysteme uneingeschränkt in den Vordergrund der Umwelt- und Fischereipolitik gerückt werden, hieß es weiter. Auf der Internetseite des MSC (www.msc.org) wird auf Produkte und Einkaufsmöglichkeiten für MSC-zertifizierte Produkte auf dem deutschen Markt hingewiesen.

Die stärkste Belastung der Meeresökosysteme gehe – neben der Klimaveränderung – nach wie vor von der Fischerei aus, so das BMU. Diese lieferte heute vielfach ein Negativbeispiel dafür, dass eine nicht nachhaltige Nutzung die eigene wirtschaftliche Zukunft bedroht. Die Meere seien derart überfischt, dass viele Bestände wirtschaftlich nutzbarer Fischarten gefährdet seien. Durch unselektive und destruktive Fangmethoden, zum Beispiel mit Bodenschleppnetzen, seien auch wirtschaftlich nicht genutzte Arten betroffen. Die Vielfalt der maritimen Lebenswelt insgesamt werde in Mitleidenschaft gezogen – neben den Fischen auch Seevögel, Meeressäuger, Haie und Rochen sowie die am Meeresboden lebenden Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräume.

Der MSC ist nach Mitteilung des BMU eine unabhängige, globale und gemeinnützige Organisation, die 1997 von Unilever und vom WWF gegründet wurde, um eine Lösung für das Problem der Überfischung zu finden. Seit 1999 sei die in ansässige Organisation gänzlich unabhängig. MSC habe Umweltstandards für nachhaltige und verantwortlich geführte Fischereien entwickelt und vergibe ihr Ökolabel an Fischereien, die nach diesen Kriterien zertifiziert wurden, hieß es abschließend.





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    Prof. Dr. Thomas Beschorner

    Prof. Dr. Thomas Beschorner ist wissenschaftlicher Leiter von CSR NEWS. Er ist Professor an der Universität St. Gallen und dort Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik

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