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CSR und gesellschaftliche Herausforderungen in Kenia
Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On August 14, 2006 @ 12:30 am In +german, editor's news | Comments Disabled
CSR-Programme in Kenia sind auf dem Vormarsch, auch wenn unter dem Begriff vorwiegend noch “Corporate Philanthropie” verstanden wird. Dennoch zeigen die folgenden Beispiele und die gesellschaftliche Situation in Ostafrika: Ein CSR-Engagement in Kenia bzw. Partnerschaften mit regionalen Projekten bieten auch für deutsche Unternehmen vielseitige Perspektiven:
Mit ihren CSR-Aktivitäten werben derzeit besonders große kenianische Unternehmen: So hat etwa die Kenya Commercial Bank (KCB) einen drei-Jahres-Plan zu ihren CSR-Aktivitäten erstellt. Für Umweltaktivitäten wird darin ein Budget von 15 Millionen Kenia-Schilling zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter der Zentralverwaltung in Nairobi werden sich an einem Aufforstungsprojekt beteiligen. Weitere Schwerpunkte der Corporate Social Responsibility - Aktivitäten liegen in den Bereichen Erziehung und Gesundheit.
Als führender Internetprovider tritt AccessKenya mit seinem Bericht über Corporate Social Responsibility und vielseitigen CSR-Aktivitäten hervor ([1] www.accesskenya.com/csr.php). Das Unternehmen kooperiert zudem mit Nichtregierungsorganisation wie Habitat for Humanity (Hausbauprogramme für wohnungslose Menschen) oder dem Ol Malo Trust (Kunstförderung).
Mit Habitat for Humanity kooperiert auch ein weiterer Internetserviceanbieter, nämlich ISP Kenya ([2] www.ispkenya.com/ispkenya-social-responsibility.php).
“Adopt-A-Light Nairobi” ist eine Initiative aus dem Bereich des Cause Related Marketing ([3] www.adopt-a-light.com/), die u.a. kenianische Slums mit Straßenlaternen erhellt und diese Laternen zugleich zu Werbezwecken nutzt.
In der kenianischen Regierung besteht ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass Herausforderungen wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Gesundheit (insbesondere der Kampf gegen AIDS), Armutsbekämpfung nicht ohne die Unterstützung von Zivilgesellschaft und Unternehmen gewonnen werden kann. Als CSR-Agentur hat sich in Nairobi der Ufadhili Trust gegründet ([4] www.ufadhilitrust.org/).
Die gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen in Kenia sind groß. Hier einige Beispiele:
Slums
Etwa die Hälfte der drei Millionen der Einwohner Nairobis lebt in ausgedehnten und weiter wachsenden Slumgebieten. Die Zahl dort lebenden und tuberkulose- und aidsinfizierten Menschen ist hoch; eine medizinische Versorgung fehlt weitestgehend. Die sozialen Probleme sind vielseitig.
HIV / AIDS
In Kenia sind etwa 1,2 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Täglich sterben nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 300 und 600 Menschen an den Folgen der Immunschwäche. Eine Million Kinder gelten als AIDS-Waisen. 250.000 Kenianer brauchen Medikamente, aber nur 48.000 erhalten tatsächlich eine Behandlung.
Arbeit
Der gesetzlich festgelegte Mindestlohn für einen Farmarbeiter in Kenia beträgt 186 Kenia-Schilling (etwa 2,33 EUR) pro Tag. Für längerfristig Beschäftigte (mehr als 90 Tage im Jahr) besteht eine Sozialversicherungspflicht. Es gibt gesetzliche Vorschriften für den Arbeitsschutz. Jedoch wird die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften durch die Regierung kaum kontrolliert, sodass diese arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften kaum greifen
Schule / Ausbildung
Der Besuch der Primary School (Klasse 1. bis 8.) ist frei. Für den Besuch der Secondary School (Klasse 9. bis 12.) muss Schulgeld gezahlt werden. Wohlhabende Kenianer schicken ihre Kinder auf Eliteschulen und Colleges. Für viele junge Kenianer ist eine gehobene Schulbildung oder eine Ausbildung unerreichbar.
Ärztliche Betreuung und Versorgung
Eine medizinische Betreuung und Versorgung muss durch den Patienten selbst bezahlt werden (sofern dies nicht der Arbeitgeber tut). Ein Krankenversicherungswesen im deutschen Sinne ist unbekannt. Viele Kenianer besitzen aufgrund fehlender finanzieller Mitteln keinen Zugang zu den Systemen der medizinischen Versorgung.
Hunger
Etwa 2,5 Millionen Menschen im Nordosten Kenias sind vom Hungertod bedroht und auf Lebensmittellieferungen angewiesen. Mehrere Kinder sind bereits an den Folgen von Unterernährung gestorben. Die kenianische Regierung will der Hungerkatastrophe mit Maislieferungen begegnen. Sie sieht sich jedoch mit logistischen Problemen und der Korruption konfrontiert. So gibt es Berichte darüber, dass Maislieferungen in die Hungergebiete dort verkauft worden seien. Dem Hunger geht eine mehrjährige Trockenheit voraus. Als langfristige Folge der derzeitigen Dürrekatastrophe gilt insbesondere, dass ein erheblicher Teil der Viehbestände der Bevölkerung vernichtet sind.
Korruption
Korruptes Verhalten durchzieht alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Derzeit sorgt der “Anglo-Leasing-Skandal” für Schlagzeilen, in den vier Minister und möglicherweise der Vizepräsident des Landes verstrickt seien sollen. Maßnahmen der Korruptionsbekämpfung sind überall zu beobachten, sie erzielen jedoch nicht die beabsichtigte Wirkung.
Drogen
In Kenia ist der Gebrauch von Marihuana (als “Bang” bezeichnet) weit verbreitet. Hinzu kommt ein wachsender Konsum fast aller anderen Drogenarten. So gilt das Land als eine Drehscheibe für die Lieferung von Heroin nach Europa, und der Konsum an Heroin im Land selbst nimmt an Bedeutung zu, insbesondere in der Großstadt Nairobi und in den Regionen.
Straßenkinder
Die große Zahl der Straßenkinder in den zentralen Städten des Landes bildet ein ungelöstes Problem. Oft stammen diese Kinder aus Stiefeltern-Familien, wobei die Stiefväter Kinder aus vorherigen Verbindungen “loswerden” wollen. Der AIDS-Tod der Eltern spielt zudem eine wachsende Bedeutung. Unter Straßenkindern ist der Drogenkonsum (insbesondere das “Schnüffeln” von Klebstoffen und anderen Substanzen) weit verbreitet. Der Not dieser Kinder und Jugendlichen haben sich einige internationale Hilfsorganisationen gewidmet, die jedoch den Bedarf an Heimen und Bildungsangeboten bei weiten nicht abdecken können.
Strafvollzug
Der kenianische Strafvollzug beherbergt derzeit etwa 55.000 Menschen bei einer Belegungskapazität von etwa 16.000 Plätzen. Die Gefängnisse sind damit völlig überbelegt. Eine erhebliche Zahl der Gefangenen wird in der Hauptverhandlung freigesprochen; bis dahin vergehen oft mehrere Jahre. Die Versorgungslage in den Gefängnissen ist teilweise schlecht: So gibt es in manchen Gefängnissen Menschen, die keine Kleidungsstücke besitzen. Es fehlt an ärztlicher Betreuung und Sanitärgelegenheiten. Der Strafvollzug hat sich in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren jedoch deutlich für die Öffentlichkeit geöffnet, was vorwiegend auf den Einfluss des kenianischen Vizepräsidenten und Innenministers Moody Arthur Awori zurückgeführt wird.
CSR-Engagement in Kenia
Sind Sie durch Ihre Supply Chain mit Kenia verbunden? Oder wollen Sie sich im Rahmen der Corporate Social Responsibility in diesem Land engagieren? Gerne bieten wir Ihnen als Kenia-Experten unsere Beratung und die Begleitung bei der Umsetzung von CSR-Programmen vor Ort an. Der Geschäftsführer von public integration Ltd., Achim Halfmann, wird in der kommenden Woche wieder nach Kenia reisen.
Kontakt:
Email: [5] info@public-integration.de.
Website: [6] www.public-integration.de
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[2] www.ispkenya.com/ispkenya-social-responsibility.php: http://www.ispkenya.com/ispkenya-social-responsibility.php
[3] www.adopt-a-light.com/: http://www.adopt-a-light.com/
[4] www.ufadhilitrust.org/: http://www.ufadhilitrust.org/
[5] info@public-integration.de: mailto:info@public-inte
;gration.de
[6] www.public-integration.de: http://www.public-integration.de
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