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Braun: Unternehmen brauchen Familienkultur


Monday, July 31st, 2006


Schmallenberg (BKU) Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und DIHK-Präsident plädierte auf der Frühjahrstagung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in Schmallenberg für eine Firmenkultur der Verantwortung und gegenseitigen Achtung. von Martin J. Wilde
(mit freundlicher Genehmigung des BKU-Journal)

Schmallenberg (BKU) - Er ist die personifizierte Antwort auf die Frage, ob man als praktizierender Christ auch erfolgreicher Unternehmer sein kann: Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG und Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Auf der Frühjahrstagung des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in Schmallenberg erklärte er, wie beides zusammen geht.

„In der Familie lernt man, Streit friedlich und in gegenseitiger Achtung beizulegen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Eltern wissen, dass jedes Kind das Seine braucht und dass sie auf die Stärken und Bedürfnisse des Einzelnen eingehen müssen. Diese Kultur brauchen wir auch in unseren Unternehmen!“ Mit diesen programmatischen Sätzen plädierte Braun für eine Stärkung der Familienunternehmen in Deutschland und für eine Firmenkultur der Verantwortung und der gegenseitigen Achtung gegenüber den Mitarbeitern und den Kunden.

„In guten wie in schlechten Tagen…“

Braun ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte, dass die Grundhaltung des Eheversprechens „In guten wie in schlechten Tagen… und bis der Tod Euch scheidet…“, auch für die Beziehung des Unternehmers zu den Mitarbeitern gelten müsse. So eine Grundhaltung könne aber nicht erzwungen, sondern müsse vorgelebt werden. Bei B. Braun Melsungen heißt das zum Beispiel, dass jeden Mittag ähnlich dem Mittagsgeläut und dem Stundengebet via E-Mail eine Tageslosung mit zum Teil religiösem Inhalt an die Mitarbeiter kommuniziert wird.

Elternteilzeit

Es bedeutet aber auch, dass sich das Unternehmen besonders um Integration und Ausbildungsplätze für jugendliche Migranten kümmert. Es konkretisiert sich auch in der Einführung einer Elternteilzeit im Unternehmen. Auf fünf Jahre gestreckt können Mitarbeiter zu 50 Prozent arbeiten. Wenn sie ein Kind erziehen oder einen Elternteil pflegen, erhalten sie 65 Prozent des Nettogehaltes. Wenn sie zwei Kinder erziehen oder beide Eltern pflegen, sind es 75 Prozent. Im zweifachen Sinne „leisten“ kann sich Braun Melsungen dies, weil es mit 40 Prozent Eigenkapital ein durch und durch gesundes und unabhängiges Unternehmen ist.

Wachstum aus eigener Kraft

„Familienunternehmer sind in der Regel bescheidener und zurückhaltender. Das hilft auch dabei, der Versuchung einer zu schnellen Expansion zu vermeiden.“ Braun warnte davor, sich von Investmentbankern zu vor allem durch Fremdkapital finanzierten Zukäufen oder Investitionen verleiten zu lassen. „Langsam, aber stetig zu wachsen, ist erfolgversprechender, als sich der Gefahr der Überdehnung und der Fremdkapitalabhängigkeit auszusetzen“, glaubt Braun. An dieser Grundüberzeugung ändere auch die Globalisierung nichts, deren Hauptmerkmal seiner Meinung nach der beschleunigte Wissenstransfer ist.

Wissen braucht Motivation

Entscheidend für den Unternehmenserfolg sei in Zukunft vor allem das Wissensmanagement, das Voraussetzung für die Innovationsfähigkeit sei. „Wissen aber braucht Motivation und die Bereitschaft, Bewährtes in Frage zu stellen. Motivierte Mitarbeiter sind daher der Schlüssel zum Erfolg und das persönliche Vorleben Sinn vermittelnder Werte durch das Führungspersonal eine Grundvoraussetzung.“ Wer das in der eigenen Familie erlebt habe, könne dies im Unternehmen umsetzen.




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Dr. Stephan Pesch (CiW Wirtschaftsnachrichten)



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