Das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) untersucht familienrelevante CSR-Maßnahmen.
In einem mehrteiligen Forschungsprojekt durchleuchtet das ÖIF Unternehmen auf ihre familienfreundlichen CSR-Maßnahmen. Die Ergebnisse des ersten Forschungsmoduls wurden nun vorgestellt und beeinhalten neben einer theoretischen Annäherung an Corporate Social Responsibility (CSR) im Familienkontext empirische Ergebnisse zu einer zweistufigen internetbasierten Dokumentenanalyse.
Am Projektbeginn standen die Fragen “Wie präsent sind familienrelevante Themen im CSR-Bereich? Was kann überhaupt als familienfreundliche CSR-Aktivität gelten? Und: was bzw. wie viel tun Unternehmen für Familien?”
86 an der Wiener Börse notierten Unternehmen wurden vom ÖIF auf ihre CSR-Maßnahmen hin untersucht. In einem zweiten Schritt wurde eine Recherche nach Good Practice-Modellen von nicht notwendigerweise an der Börse notierten Unternehmen vorgenommen (innovative Ideen von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Zielrichtung).
15 von 86 Unternehmen handeln laut ÖIF familienrelevant
Die erste empirische Erhebung fokussierte auf börsennotierte Unternehmen und deren veröffentlichte CSR-Maßnahmen. Dazu wurden im Internet auf den Firmenwebseiten nach Hinweisen auf CSR-Maßnahmen recherchiert. Das ÖIF kam dabei u.a. zu folgenden Erkenntnissen:
Bei 24 (28%) von den 86 untersuchten Unternehmen zeigen sich allgemeine CSR-Aktivitäten
15 der 24 (17%) Unternehmen engagieren sich speziell in Bereichen, die familienrelevant sind im Sinne des ÖIF
Ob die anderen 83% der Unternehmen, die auf ihren Webseiten keine CSR-Maßnahmen angeben, generell nicht sozial aktiv waren, konnte mit der angewandten Fragestellung und Methode nicht beantwortet werden.
Die am häufigsten unterstützte Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Beeinträchtigungen.
Vorrangstellung des Corporate Giving (Spendenwesen) gegenüber dem Volunteering (Freistellung von MitarbeiterInnen)
Ein Problem bei der Datenerhebung war laut ÖIF das “Update”, dh die Aktualität der Firmen-Webseiten.
Im zweiten Teil der Studie (= Good Practice Modelle) recherchierte das ÖIF bei den einzelnen Unternehmen genauer. Als vorbildhafte Unternehmen wurde die Modelle von McDonald’s Österreich, Pfizer Austria, Philips Austria, Microsoft Österreich, Schömer Unternehmensgruppe bauMax AG (alle respACT austria-Mitglieder) sowie Baxter Österreich, Vöslauer Mineralwasser AG und Beiersdorf näher vorgestellt.
Als familienrelevant wurden Maßnahmen definiert, die entweder die Familie als Ganzes oder Individuen erreichen, die in Familien oder familienähnlichen Zusammenhängen leben.
Derzeit läuft das zweite Forschungsmodul der Studie in einer qualitativen Erhebung mit Unternehmen. Die Ergebnisse werden im Jahr 2007 veröffentlicht.