Berlin > Kritisch mit den Verbrauchern geht der Wirtschaftsethiker Michael Schramm in einem heute von der taz veröffentlichten Interview um. Kunden haben macht, aber: “Dummerweise braucht es immer erst eine kritische Masse, bis das auch empirisch sichtbar wird. Von den Konsumenten muss man – wie von den Unternehmen – verlangen, dass sie ihre ökonomischen und moralischen Interessen vereinbaren“, so der Wirtschaftsethiker.
Den Anlass zu dem Interview gab das von der Gewerkschaft Ver.di neu veröffentlichte “Schwarzbuch Lidl“.
Eine entscheidende Frage kann Schramm in dem Interview nicht beantworten: Wie wirkt sich ein wenig verantwortlicher Umgang mit der Mitarbeiterschaft auf die Geschäftslage eines Unternehmens aus? Dazu der Wissenschaftler: “Die Wahrheit ist leider, dass man das nicht genau weiß. Ob sich eine Firma unter unternehmensethischen Gesichtspunkten bemüht oder das krasse Gegenteil praktiziert – die ökonomischen Effekte sind unklar, oder vornehmer wissenschaftlich ausgedrückt ‘kontingent’”.
Wenn sich im Fall Lidl jedoch die Proteste häuften, könne der Konzern längerfristig in die Defensive geraten. So habe Lidl bereits auf die Proteste reagiert.
Das Interview im Internet: http://www.taz.de/pt/2006/06/29/a0172.1/text