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Rheinische Post: Wirtschaft brutal - Deutschland AG

Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On June 28, 2006 @ 6:47 am In +german, editor's news | Comments Disabled

“Wirtschaft brutal” titelt die konservative Rheinische Post heute auf ihrer zweiten Seite und meint dazu: “In Deutschland und Europa verlottern die guten Sitten im Wirtschaftsleben. Rücksichtslose Manager orientieren sich am kurzfristigen Gewinn und verspielen das Renommee ihrer Unternehmen.” Mit vier aktuellen Beispielen will das Blatt seine These belegen:

Allianz - Milliarden-Gewinne für die Zukunft und die Streichung von 7.500 Stellen stehen in Aussicht. RAG - Mit der angedrohten Zerschlagung von Degussa soll die Belegschaft gefügig gemacht werden. Merck - Beim Schering-Deal legte sich der Pharmahersteller dem Bayer-Konzern in den Weg. Arcelor - Gegen den Kauf durch den indisch-britischen Konzern Lakshmi Mittal wehrte sich das Unternehmen mit allen Mitteln.

Unternehmenslenker pokern zur Erhöhung des Aktienwertes, lautet eine Kernthese des Artikels. Autor Martin Kessler sieht neue Gräben zwischen Unternehmensführung und Mitarbeitern - und erhebliche Risiken für die Marktwirtschaft. Denn Verträge und Kooperationen brauchen Sitte und ungeschriebene Regeln, kurz: den “Produktionsfaktor Moral“. Aus dieser Perspektive lassen sich die gegenwärtigen Übernahme- und Abwehrschlachten und der in manchen Konzernen rigorose Stellenabbau kritisch beleuchten.

In der Tat: Der Bruch zwischen Management und Mitarbeitern bedeutet für ein Unternehmen Vertrauensverlust, Identifikationsschwund und sinkende Leistungsmotivation seiner wichtigsten Ressource. Lebenslange Arbeitsplatzgarantien sind in Zeiten globalen wirtschaftlichen Wandels weder möglich noch wünschenswert. Aber: Was leistet ein Konzern, um seine Mitarbeiter fit zu machen - für die Tätigkeit im eigenen Haus und für den Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt? Vielleicht gehört auch dieses Angebot von Arbeitgebern an ihre Mitarbeiter zu Corporate Social Responsibility: Eine lebenslange Arbeitsplatzgarantie können wir nicht bieten, wohl aber einen Arbeitsplatz, der qualifiziert, der Persönlichkeit und Fachkompetenzen fördert und der zu einem wichtigen Zukunftsfaktor in Bezug auf eine zukünftige berufliche Karriere wird. Wie dies aussehen kann, demonstriert derzeit etwa die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH mit der unternehmenseigenen Lernplattform “Lernen in der BSH - immer einen Schritt voraus”.


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