Berlin > Unter dem Motto “Damit aus Opfern wieder Menschen werden” haben Publicis Erlangen und Berlin für das Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) in Berlin drei Werbespots entwickelt und realisiert, die nun auf RTL, n-tv, Vox und TV Berlin ausgestrahlt werden. Sie sollen auf die Arbeit des BZFO für die körperliche und seelische Rehabilitation von Folteropfern aufmerksam machen und um Spenden werben.
Die 35-Sekünder entstanden auf Initiative des Berliner Publicis-Chefs Wolfgang Hünnekens, der den Geschäftsführer des bzfo Franz Janssen vor einigen Jahren bei einer Veranstaltung kennen lernte und sich von dessen Projekten überzeugen ließ. Zunächst startete Publicis Pro Bono Öffentlichkeitsarbeit für das bzfo. Im letzten Jahr ergab sich nun in Zusammenarbeit zwischen Publicis Erlangen und Berlin die Möglichkeit, in Erlangen Spots für das bzfo zu produziere. “Die Spots sind ein Ergebnis des verstärkten kreativen Austauschs der Publicis-Agenturen in Deutschland“, so Hünnekens.
“Die Spots versuchen nicht, mit dramatisch inszenierter Grausamkeit betroffen zu machen, sondern arbeiten mit ganz alltäglichen Szenen: Hähnchen auf dem Drehgrill, ein Pärchen beim Hummer- und Krebsessen, ein Koch beim Schnitzelklopfen“- so Klaus Endres, Creative Director bei Publicis Erlangen und kreativer Kopf der Kampagne. Die Szenen werden in den Anfangssequenzen fast dokumentarisch in ihrer ganzen Normalität und Banalität gezeigt. Nach und nach konzentrieren sich Bilder und Ton mit wachsender Intensität auf die erschreckenden Details wie aufplatzende Brandblasen, krachende Gelenke oder zerquetschtes Fleisch. Dass damit eigentlich die unmenschlichen Schmerzen gefolterter Menschen dargestellt werden, wird dem Betrachter erst am Ende der Spots klargemacht, verstärkt durch den bürokratisch-nüchternen Widerspruch der “Bedienungsanleitung” aus einem fiktiven Folter-Handbuch und dem Hinweis auf die Website www.folteropfer.de im Abspann. “Mit diesen Spots wollen wir die Menschen wachrütteln. Jeden Tag werden Menschen auch heute gefoltert. Die Spots erregen Aufsehen und Erschrecken. Und genau darum geht es“, so Franz Janßen, Geschäftsführer des bzfo.
Das bzfo in Berlin nimmt sich seit 1992 Folteropfern aus der ganzen Welt und Opfern der Stasi an, um Leben wieder lebenswert zu machen. Jährlich werden hier rund 500 Menschen aus über 30 Ländern untersucht und behandelt. Die Patienten haben in der Regel lange Perioden der Verfolgung, wiederholte Folterungen oder Kriegstraumata erlebt. Sie leiden an chronischen Schmerzzuständen, unkontrollierbaren Erinnerungen, psychosomatischen Beschwerden und Depressionen. Die Rehabilitation unterstützt die Betroffenen darin, ihre Würde wieder zu spüren und ein Leben zu führen, das so weit wie möglich frei ist von körperlichen und psychischen Folgen der Folter.
Weitere Infos im Internet: www.folteropfer.de
Wolfgang Hünnekens setzt sich mit Publicis Berlin darüber hinaus für den Wirtschaftsstandort Berlin ein und unterstützt in diversen Initiativen die Hauptstadt als Kommunikations- und Medienstandort - und als Lebensmittelpunkt mit Qualität.