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Bertelsmann-Studie: Bundesregierung fehlt klare Strategie zur Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen

Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On June 13, 2006 @ 12:15 am In +german, editor's news | Comments Disabled

Berlin > Eine international vergleichende Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass die deutsche Politik auf dem Feld der Corporate Social Responsibility (CSR) erheblichen Nachholbedarf hat. Der Bundesregierung fehlt der Untersuchung zufolge eine klare CSR-Strategie. Die politischen Rahmenbedingungen für ein umfassendes gesellschaftliches Engagement seien unzureichend.

Die Studie, die in Zusammenarbeit mit dem IFOK-Institut erstellt wurde, nahm die CSR-Politik in neun europäischen Staaten unter die Lupe. Dabei konnte sich Großbritannien mit einer umfassenden und wirkungsvollen CSR-Politik eine Spitzenposition sichern. Auch die Regierungen von Schweden, Dänemark und den Niederlanden haben CSR als ein Instrument für die verbesserte Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erkannt. Die Lösung komplexer Probleme, so die Erkenntnis, lässt sich mit der verstärkten Einbindung von Unternehmen und Zivilgesellschaft weit wirkungsvoller angehen.

Die Untersuchung zeigt weiter, dass eine Regulierung des unternehmerischen Engagements, wie sie in Frankreich ansatzweise geschieht, eher kontraproduktiv ist. Weit erfolgreicher ist eine Politik, die mit klaren Zielvorgaben und einer ausgefeilten Kommunikationsstrategie Unternehmen in ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung unterstützt. Deutlich wird aber auch, dass verbindliche Standards bei der Berichterstattung, die Einbindung von CSR-Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen und ein Finanzmarkt, der verantwortliches Investment honoriert, bei der Verbreitung von CSR helfen.

Auch wenn bei der unternehmerischen Verantwortung in erster Linie die Wirtschaft angesprochen wird, zeigt der internationale Vergleich nach Überzeugung der Bertelsmann-Stiftung deutlich, dass erst die Unterstützung durch die Politik zu den gewünschten gesellschaftlichen Erneuerungsprozessen führt. “In Großbritannien haben eine nationale CSR-Strategie und vor allem ein Ansprechpartner im Ministerrang dem Thema zum Durchbruch verholfen“, betont Birgit Riess, Projektleiterin in der Bertelsmann Stiftung. Von einer solchen Situation sei die Bundesrepublik noch weit entfernt. Daher empfiehlt die Bertelsmann Stiftung der Bundesregierung, einen “roten Faden” in ihre vielfältigen Aktivitäten zu ziehen. Notwendig seien klare ministerielle Zuständigkeiten und ein Ansprechpartner “auf Augenhöhe”. Ein Rahmenprogramm aus Forschung, Dialog- und Informationsangeboten könnte das unternehmerische Engagement und die Kooperation zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft fördern.

Weitere Informationen im Internet: [1] www.bertelsmann-stiftung.de


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