Waldenbuch > Das Kürzel “CRM” steht in der Welt der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung für “Cause Related Marketing” - die Verbindung zwischen einem Produkt und einem gemeinnützigen Zweck. CRM-Aktionen haben besonders in Nordamerika eine lange Erfolgsgeschichte und gewinnen in Deutschland an Bedeutung - nachdem rechtliche Hürden aus dem Weg geräumt sind. Ein Beispiel:
Bis Dezember 2005 spendete die Alfred Ritter GmbH & Co. KG pro verkaufter Mini Packung und pro 100 Gramm Tafel Ritter Sport Quadrago je 1,4 Cent für das “Schulprojekt für Afrika“, das ein Teil der Unicef Hilfsaktion “Schulen für Afrika” ist. “Sich für soziale Belange einzusetzen gehört zu den Grundwerten unseres Unternehmens“, begründete Alfred Ritter, Enkel des Firmengründers, das Engagement.
Die Aktion unter dem Motto „1 Packung Quadrago = 1 Tag lernen“ startet der schwäbische Schokoladenhersteller im letzten Juli mit Unterstützung von Iris Berben. Mit TV-Spots, Anzeigen, Broschüren und im Internet wiesen die Firma Ritter und die engagierte Schauspielerin auf Möglichkeiten zur Finanzierung von Schulmaterial für schulpflichtige afrikanische Kinder hin. Ritter Sport versprach seinen Kunden, von jeder verkauften Mini-Packung und jeder 100 Gramm Tafel Quadrago-Schokolade mit Geschmacksrichtungen für Kinder 1,4 Cent an Unicef zu spenden - mindestens jedoch 220.000 Euro. „Rein rechnerisch können wir damit einem afrikanischen Kind Schulmaterialien für einen Tag lernen bezahlen“, erklärte Christian Schneider von Unicef Deutschland. Denn mit 5 Euro kann Unicef einem Kind in Ländern wie Angola, Malawi und Ruanda ein Jahr lang dringend benötigtes Schulmaterial zur Verfügung stellen. Bei 365 Tagen im Jahr ergibt das rund 1,4 Cent pro Tag.
Die Cause-Related-Marketing-Aktion ist abgeschlossen. Was ist daraus geworden? “Wir haben eine Punktlandung hingelegt“, erläuterte ein Unternehmenssprecher gegenüber CSR today. Der letzte Sommer und der Herbst waren heiß, was sich negativ auf den Schokoladenumsatz auswirkte. Auch gingen etwa zeitgleich andere CRM-Aktionen mit der Unicef und für Afrika an den Start. So erreichten die 1,4 Cent aus dem Schokoladenverkauf in etwa die versprochene Mindestsumme von 220.000 EUR. Das Geld ist längst ausbezahlt und wird von der Unicef verwendet.
Inwieweit sich die Aktion aus Marketinggesichtspunkten gelohnt hat, rechnete Ritter nicht nach. Das Unternehmen wollte etwas für Kakao-Anbauländer tun. Denn für ein mittelständisches Unternehmen ist die Übernahme von Verantwortung für die eigene Supply Chain nicht leicht: So kauft Ritter seine Schokolade nicht in den Anbauländern selbst, sondern auf dem Weltmarkt. Auf jeden Fall hat die Aktion zu einer Diskussion über gesellschaftliche Verantwortung für den afrikanischen Kontinent beigetragen: Ritter Sport warb mit einer Schokoladentafel für Länder, in denen der Hunger herrscht - und stießen damit manche Diskussion an. Das Unternehmen konnte dabei darauf verweisen, dass gesellschaftliches Engagement bei Ritter keine Eintagsfliege ist und meist lautlos geschieht. So seit 16 Jahren mit einem Kakaoanbauprojekt in Nicaragua.