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Partnerschaften zu CSR zentrales Thema bei diesjähriger EnviComm

Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On June 2, 2006 @ 12:10 am In +german, editor's news | Comments Disabled

Stuttgart > Partnerschaften und Allianzen zu Corporate Social Responsibility standen im Zentrum des diesjährigen Forums EnviComm, das vom 30. bis 31. Mai in Stuttgart stattfand. „Nachhaltigkeit oder doch nur PR?“ lautete die Kernfrage der Tagung, die 17 Referenten aus Politik, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Journalismus und Forschung an den beiden Veranstaltungstagen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchteten. Rund 60 Teilnehmer, in erster Linie Kommunikatoren aus Unternehmen und Institutionen, waren der Einladung des Veranstalters dokeo zum intensiven Austausch gefolgt.

Die Wirtschaft unterschätze derzeit das Ausmaß der Verantwortung, das sie trage, wohingegen sich die Politik viel zu lange einer „Regelungsillusion“ hingegeben habe. Mit diesen deutlichen Worten leitete Hauptredner Reinhard Bütikhofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, seinen Vorschlag zur Kooperation ein: Er forderte die gesellschaftlichen Akteuren zur Bildung einer Allianz auf, um Europa gemeinsam zur energieeffizientesten Ökonomie weltweit zu machen.

Wie ein roter Faden zog sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit und dem Nutzen von CSR-Aktivitäten durch die Vorträge und immer wieder wurde deutlich, welche Vorteile Partnerschaften zwischen Unternehmen und anderen Akteuren gerade in dieser Hinsicht bieten. „Unser Engagement erhält eine ganz andere Glaubwürdigkeit, wenn es unsere Partner nach außen tragen“, bestätigte Dr. Hartmut Feucht, Manager Corporate Community Relations bei IBM Deutschland, der in seinem Vortrag unter anderem „Reinventing Education“, ein CSR-Kooperationsprojekt mit dem Land Brandenburg, vorstellte. Von der Medienseite bestätigte Dr. Wolfgang Storz, ehemaliger Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“, diese Sicht. „Treten Sie im Duo auf – dann haben Sie fast schon gewonnen“, lautete sein Rat an die Adresse der CSR-Kommunikatoren in den Unternehmen.

Nicht-Kommunikation zu CSR klare Absage erteilt

Die unternehmerischen CSR-Aktivitäten nicht nach außen zu tragen aus Sorge, das könne die Glaubwürdigkeit schmälern, hielt Matthias Vollbracht vom Institut „Media Tenor“ aus Bonn dagegen für keine geeignete Strategie: „Sie verschenken damit die Möglichkeit, proaktiv Vertrauen aufzubauen, auf das Sie in Krisensituationen dringend angewiesen sein werden.“ Allerdings müsse die Kommunikation Substanz haben und stets ehrlich sein.

Wie diese Offenheit aussehen kann, zeigte eindrücklich der Vortrag von Dettmar Delbos, Director Corporate Affairs bei der Philip Morris GmbH: „Wir haben in den achtziger Jahren vergessen zuzuhören. Wir glaubten aufgrund des Wachstums, wir könnten alles tun.“ Inzwischen habe in dem Unternehmen jedoch ein Umdenken eingesetzt. Auf Basis einer weltweiten Umfrage setzte sich Philip Morris mit den Erwartungen der Anspruchsgruppen an ein Zigarettenunternehmen auseinander. „Sie finden heute auf unserer Website viele Positionen, die Sie eigentlich von unseren Kritikern erwarten“, umriss Delbos das Ergebnis des neuen Kommunikationsstils, mit dem sich Philip Morris als verantwortlich handelndes Unternehmen zu positionieren versucht.

Das Forum EnviComm fand bereits zum zweiten Mal statt. Moderiert wurde die Fachtagung zu Umweltschutz, Nachhaltigkeit und CSR von Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion und Träger zahlreicher Umweltpreise. Auch bei der für 2007 geplanten Neuauflage möchte Veranstalter Wolfgang Scheunemann an der überschaubaren Größe festhalten, die viel Raum für den persönlichen Erfahrungs- und Meinungsaustausch lässt.

Autorin: [1] Dr. Christiane Pfeiffer, Journalistenbüro corprint Kommunikation, Weinheim


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