Hamburg > Neugierig verfolgt die junge Rothschild-Giraffe “Layla-Nandi” das Geschehen an ihrem Gehege im Tierpark Hagenbeck: Soeben hat Chairman Nicholas Nganga im Namen des Tea Boards of Kenya, der Interessenvertretung der kenianischen Teewirtschaft, die Patenschaft für das drei Monate alte Giraffenbaby übernommen. Damit wird die traditionell gute Verbindung zwischen dem afrikanischen Land und der Hansestadt um einen weiteren Freundschaftsbeweis bereichert.
Weltweit gibt es nur noch rund 100 bis 150 Exemplare der Rothschild-Giraffe. Ihre Heimat sind die Steppen und Savannen südlich der Sahara einschließlich Kenia. Viel interessanter als die wirtschaftspolitische Bedeutung der Aktion war “Layla-Nandi” - benannt nach dem am nördlichsten gelegenen Tee-Anbaugebiet Nandi in Kenia - allerdings das Patengeschenk: Interessiert beäugte sie eine XXL-Tasse mit köstlichem Grünfutter. Mehr als die Hälfte ihrer Zeit verbringen die Giraffen mit Fressen - und verputzen damit rund 80 kg Nahrung pro Tag. Da die Rothschild-Giraffen akut vom Aussterben bedroht sind, kommt ihrem Schutz und der Nachzucht in Tierparks und Zoos eine besondere Bedeutung zu.
Die Aktion im Tierpark Hagenbeck war eine wichtige Station im Rahmen eines zweitägigen Besuchs von Nicholas Nganga und J. N. Kosure, Handelsattaché der Botschaft von Kenia in Berlin, in Hamburg. Die Hansestadt ist der wichtigste europäische Umschlagplatz für Tee sowie Sitz des Deutschen Teeverbandes e.V. Das Tea Board of Kenya repräsentiert die großen Teeproduzenten des Landes ebenso wie etwa 320.000 Kleinbauern, die hier von der Teeproduktion leben. Kenia ist das bedeutendste Tee-Anbauland Afrikas und liegt in der weltweiten Statistik auf Platz drei. Rund ein Fünftel aller weltweiten Tee-Exporte stammen aus dem afrikanischen Land. Mit 3 Mio. Kenianern sind rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung mittel- oder unmittelbar in der Teewirtschaft beschäftigt. Die Metropole Mombasa gehört zu den wichtigsten Umschlagplätzen der internationalen Teewirtschaft und ist eines der größten Tee-Auktionszentren.