Essen > Prominente Unterstützung erhält in seinem zweiten Austragungsjahr der DEICHMANN-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit. Für den vom Unternehmer Heinrich Deichmann ins Leben gerufenen Wettbewerb engagieren sich Roman Herzog, Ursula von der Leyen und Sabine Christiansen im Rahmen einer Schirmherrschaft. Der Preis belohnt Arbeitgeber und Ausbilder, die sich besonders effektiv für die Eingliederung benachteiligter junger Menschen in den Arbeitsmarkt einsetzen. Denn Jugendliche, die ohne Schulabschluss oder mit körperlichen oder sozialen Handikaps ins Rennen gehen, haben es besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt. Bis zum 31. Mai können sich Betriebe und öffentliche Einrichtungen um den mit insgesamt 80.000 Euro dotierten Preis bewerben.
„Die Erwerbslosigkeit unter jungen Menschen ist eines der drängendsten Probleme unseres Landes und geht alle etwas an. Grund genug, dass Politik und Wirtschaft hier gemeinsam die Initiative ergreifen“, sagt TV-Moderatorin Sabine Christiansen. In Deutschland suchen zurzeit fast 600.000 junge Menschen unter 25 Jahren einen Job. „Wir brauchen dringend neue Anstöße zur Einbindung gerade benachteiligter Jugendlicher“, sagt Heinrich Deichmann, Initiator des Förderpreises und Vorsitzender der Geschäftsführung von Europas größtem Schuh-Einzelhändler. Das Engagement der drei Prominenten im Rahmen der Schirmherrschaft freut ihn sehr: „Die Unterstützung so hochrangiger Persönlichkeiten wird unseren Bemühungen um schwer vermittelbare junge Menschen zusätzliche Impulse geben.“
Welche Projekte zeichnet der DEICHMANN-Förderpreis aus? Ein Beispiel aus dem Vorjahr:
Atelier La Silhouette: mit 1000 Nadelstichen zum Erfolg
Minirock aus Original-70er-Jahre-Stoff, Hemden aus den Gardinen der Nachbarin – Haute Couture aus München. Doch die Vintage-Kollektion ist keineswegs der neueste Geniestreich eines großen Modelabels, sondern ein Projekt des kleinen Ateliers La Silhouette. Das Mode-Stübchen ist etwas ganz Besonderes: Nicht der Drang nach Ruhm, viel Geld oder berühmte Models sorgen hier für Aufsehen. Die Mitarbeiterinnen sind das Interessante, denn sie alle sind benachteiligte junge Frauen, die oft aus ihrem Heimatland flüchten mussten und im Atelier La Silhouette nicht nur einen Ausbildungsplatz gefunden haben, sondern auch eine neue Heimat.
„Mitte der 80er war es“, erinnert sich Barbara Hemauer-Volk, Geschäftsführerin des Ateliers La Silhouette. „Es kamen immer wieder türkische Mädchen zu mir und klagten, dass sie keinen Ausbildungsplatz bekämen – teilweise auch, wenn sie eine gute Schulbildung hatten. Es war wirklich schwer, diese Mädchen zu vermitteln.“ Irgendwann machte die Sozialarbeiterin Nägel mit Köpfen: Sie übernahm mit Hilfe des Vereins eine alte Schneiderei und schuf die fehlenden Ausbildungsplätze einfach selbst. Seit 1986 hat das Atelier La Silhouette über hundert Mädchen ausgebildet, die aus ihrem Heimatland flüchten mussten, selten eine ausreichende Schulbildung genießen konnten oder wegen mangelnder Deutsch-Kenntnisse einfach keine Arbeit fanden. Das Engagement wurde gebührend gewürdigt: So belegte Barbara Hemauer-Volk mit ihrem Atelier den dritten Platz beim DEICHMANN-Förderpreis gegen Jugendarbeitslosigkeit 2005.
„Es ist beispielhaft, wie das Atelier La Silhouette es schafft, benachteiligten Frauen eine echte, oft letzte Chance zu geben und sie in die Arbeitswelt und ins soziale Leben integriert“, betont Heinrich Deichmann, Initiator des DEICHMANN-Förderpreises und Vorsitzender der Geschäftsführung der DEICHMANN-Gruppe. Um Arbeitgeber zu unterstützen, die schwer vermittelbaren jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten, hat er den Förderpreis ins Leben gerufen. Bewerben können sich bis zum 31. Mai Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, die sich in diesem Bereich einsetzen und schwer vermittelbaren jungen Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt bieten.
Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen gibt es unter www.deichmann-foerderpreis.de.