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Nachhaltiges Investment: Studie von ABN Amro untersucht die Einstellung von Anlegern in vier europäischen Ländern
Posted By Robin Keppel (CSR NEWS) On May 7, 2006 @ 2:06 pm In ++New Publications, +german | Comments Disabled
Deutsche Investoren halten nachhaltige Investments zwar für sinnvoll, doch nur ein Prozent investiert tatsächlich in Nachhaltigkeits-Fonds. Darüber hinaus sind Anleger skeptisch, was den Einfluss nachhaltigen Investierens auf die Unternehmen betrifft. Das ist das Ergebnis einer Studie, bei der über 900 Privatanleger in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden befragt wurden und die von ABN Amro Asset Management in Auftrag gegeben wurde. Der weltweit operierende Asset Manager gilt mit mehr als 20 Nachhaltigkeits-Fonds in Europa und Brasilien als Marktführer in diesem Bereich.
ABN Amro Asset Management gab dazu folgenden Presseerklärung heraus:
Nachhaltiges Investieren, das ökologische und soziale Ziele mit wirtschaftlich vernünftigen Investitionsentscheidungen verbindet, hat ein positives Image – so das wichtigste Ergebnis der von ABN Amro Asset Management in Auftrag gegebenen Studie. Eine große Mehrheit der interviewten Privatanleger halten Nachhaltigkeits-Fonds generell für eine gute Idee. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, welchen Einfluss verantwortungsvolles Investieren auf die Gesellschaft und Unternehmen ausüben kann.
In Großbritannien und den Niederlanden erwarten etwa drei Viertel der Anleger, dass sich nachhaltiges Investieren generell positiv auf die Sozial- und Unternehmenspolitik von Unternehmen auswirken wird. Dies stimmt mit der Grundansicht von ABN AMRO Asset Management überein, dass Nachhaltigkeitsprinzipien auf die gesamte Geschäftswelt angewendet werden sollten, anstatt sich nur auf einzelne „grüne Investments“ wie alternative Energien zu konzentrieren.
Deutsche Anleger sind am skeptischsten, was die Wirkung nachhaltiger Investments angeht. Obwohl 70 % von ihnen der Meinung sind, dass nachhaltiges Investieren eine Möglichkeit darstellt, Gesellschaft und Unternehmen zu beeinflussen, sind viele skeptisch, ob Unternehmen tatsächlich danach handeln werden. Nur 64 % gehen davon aus, dass Nachhaltigkeitsfonds Unternehmen dazu bringen können, verstärkt nach ethischen Grundsätzen zu handeln. Im Gegensatz dazu sind 75 % der britischen und niederländischen Anleger hiervon überzeugt. Und während nur 65 % der deutschen Investoren einen Einfluss nachhaltigen Investierens auf die Umweltpolitik von Unternehmen erwarten, sind 77 % der niederländischen Anleger dieser Ansicht.
Eine Mehrheit der befragten Anleger erwartet, dass zukünftig immer mehr Unternehmen Rentabilität mit umwelt- und sozialverantwortlichem Handeln verbinden werden. In dieser Einschätzung übernehmen die Briten mit 54 % die Führung, dicht gefolgt von den Franzosen (53 %) und den Niederländern (52 %). Auch hier sind die Deutschen mit nur 45% am kritischsten.
Überhaupt scheinen die Deutschen am wenigsten mit Nachhaltigkeits-Fonds vertraut zu sein: Nur 26 % der Deutschen und 23 % der Briten wissen, dass es diese Fonds überhaupt gibt, während sie in den Niederlanden (75 %) viel bekannter sind.
Diesem geringen Bekanntheitsgrad in Deutschland entspricht, dass nur 1 % der deutschen Anleger tatsächlich in Nachhaltigkeits-Fonds investiert. Umso überraschender, dass bei den Briten, denen diese Fonds noch weniger bekannt sind als den Deutschen, immerhin 9% Anteile besitzen. In Frankreich und den Niederlanden ist der Bekanntheitsgrad gleich hoch (13 %), wenngleich doppelt so viele Niederländer wie Franzosen Nachhaltigkeits-Fonds kennen.
Beachtlich ist auch, welche Anforderungen Anleger an nachhaltige Investments stellen. So erwarten sechs von zehn der befragten Personen eine Garantie dafür, dass die sozialen und ökologischen Anforderungen von den Unternehmen, in die sie investieren, auch tatsächlich befolgt werden müssen. Die Deutschen sind hier mit 66 % am entschiedensten, während nur 44 % der niederländischen Anleger diese Meinung teilen. Eine weitere Bedingung: 63 % der Investoren wollen, dass Nachhaltigkeits-Fonds mindestens die gleiche Rendite bringen wie andere Fonds.
Insgesamt lässt sich daraus ablesen, dass eine positive Meinung über nachhaltige Invest-ments, die Kenntnis von Nachhaltigkeits-Fonds sowie eigenes nachhaltiges Investieren offenbar drei völlig verschiedene Dinge sind. Die durchweg positive Einstellung zu Nachhaltigkeitsfonds führt bei den Anlegern nicht zwangsläufig zu entsprechenden Investments.
ABN Amro Asset Management bietet bereits mehr als 20 Nachhaltigkeits-Fonds an, deren Anzahl zukünftig noch erweitert werden soll. So ist in den nächsten zwei Jahren die Einführung von mehreren neuen Nachhaltigkeitsfonds in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Brasilien geplant.
ABN Amro Asset Management schätzt, dass das Gesamtvolumen nachhaltig gemanagten Vermögens in Europa signifikant wachsen wird. Der Gesamtbetrag stieg im Jahr 2004 auf EUR 93 Mrd. an und wird sich 2008 auf voraussichtlich EUR 173 Mrd. erhöhen.
(Frankfurt, 2. Mai 2006)
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