Neckarsulm > Das Neckarsulmer Lebensmittel-Handelsunternehmen Lidl und TransFair - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt e.V. - haben sich auf eine Zusammenarbeit beim Verkauf von fair gehandelten Produkten verständigt und einen entsprechenden Kooperationsvertrag geschlossen. “Wir erfüllen mit der Einlistung von Fairtrade-Produkten das wachsende Bedürfnis unserer Kunden nach einem verantwortungsvolleren und bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und unterstützen damit auch aktiv den Markt für fair gehandelte Qualitätsprodukte“, erklärt Unternehmenssprecher Thomas Oberle. “Unsere Hoffnungen haben sich durchaus erfüllt: Als erste Handelskette vertreibt Lidl die Fairtradeprodukte unter Eigenmarke. Damit können wir direkt auf die Sortimentspolitik und die Öffentlichkeitsarbeit einwirken und über die Einführung neuer fair gehandelter Produkte nachdenken“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath dazu der Zeitschrift Chrismon.
In der Vergangenheit war Lidl besonders von Attac angegriffen worden, etwa am 17. November 2005 mit einer Protest-Aktion vor der Konzernzentrale. Dabei gin es unter anderem um die Forderung nach fair gehandelten Bananen. Nun wird Lidl ab Juni 2006 in allen Filialen in Deutschland unter der Eigenmarke “Fairglobe” erstmals TransFair-gesiegelte Waren anbieten. Dazu zählen Produkte wie Bio-Röst- und Instantkaffee, Bio-Bananen und Bio-Honig, Orangensaft, Schokolade in den Sorten Vollmilch und Edelbitter sowie brauner Rohrzucker. “Abhängig von der Verfügbarkeit und der Absatzentwicklung soll das Sortiment jedoch weiter entwickelt werden“, erklärt Thomas Oberle. Die “Fairglobe”-Produktlinie wird in enger Abstimmung zwischen Lidl und TransFair beworben. So sind beispielsweise gemeinsame Aktionswochen und Werbemaßnahmen für die fair gehandelten Produkte vorgesehen.
Die unter der Lidl-Eigenmarke “Fairglobe” geführten Produkte werden von verschiedenen dazu berechtigten Firmen hergestellt und sind vom Verbraucher am TransFair-Siegel zu erkennen. Mit der Vermarktung über die flächendeckende Vertriebsstruktur der Lidl-Lebensmittelmärkte profitieren letztendlich die Produzenten in den Entwicklungsländern. “Eine Ausweitung von Absatzmöglichkeiten für fair gehandelte Produkte stärkt die Produzenten in ihren Bemühungen, Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern“, so Norbert Dreßen, Vorstandsvorsitzender von TransFair. “Mit der Aufnahme von Fairtrade-Waren ins Lidl-Sortiment machen wir diese Produkte zudem einer breiteren Käuferschicht zugänglich. Dadurch wird auch das öffentliche Bewusstsein für nachhaltig hergestellte Produkte aus Entwicklungsländern gestärkt“, betont Lidl-Sprecher Oberle.