Hannover > Eine umfassende und aktuelle Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung in China bietet der jetzt bei Beuth erschienene Band “Corporate Social Responsibility - Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften in China”. Hintergrund der Veröffentlichung ist eine Tagung, die econsense und imug im April 2005 zum Thema CSR/China in Hannover veranstalteten. Gastgeber war die TUI, und die Frage, ob und in welchem Ausmaß das Leitbild einer Corporate Social Responsibility zu einem strategischen Erfolgsfaktor für den Markteintritt und die Marktbearbeitung in China werden kann, bildete den thematischen Mittelpunkt. In dem nun veröffentlichten Buch finden sich die Konferenzbeiträge und ein Serviceteil. Zu Wort kommen Vertreter deutscher Unternehmen, die in China produzieren, produzieren lassen oder auch ihre Produkte absetzen: Wolf Michael Iwand (TUI), Reinhold Kopp (Volkswagen), Maren Böhm (Karstadt Quelle) und Burkhard Remmers (Wilkhahn). Mit Klaus Piepel von MISEREOR äußert sich ein kritischer Beobachter der CSR-Bemühungen in China. Prof. He von der Universität Peking beschreibt die Herausforderungen in Sachen CSR aus chinesischer Sicht. Die Beiträge von Frau Prof. Hansen zur Rolle des Lernens und Lehrens über CSR in einer globalisierten Wirtschaft und von Axel Nordmann zur Sinnhaftigkeit einer CSR-orientierten Medienresonanzanalyse zu chinesischen Onlinemedien runden den Band ab.
Das Spannungsverhältnis des CSR-Engagements westlicher Unternehmen in China umreißt Ingo Schoenheit in seinem Beitrag ‘Deutsche und internationale Perspektiven am Beispiel China’: “Für europäische und speziell auch deutsche Unternehmen zeichnet sich in Zusammenhang mit einem China-Engagement ein schwieriger Spagat ab. Auf der einen Seite wollen sie von den Kostenvorteilen des Standorts China profitieren, die sich auch aufgrund der niedrigen Lohn-, Sozial- und Umweltstandards ergeben. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die sich in China engagieren, unter dem Druck der Märkte und der öffentlichen Beobachtung und müssen die Reputation der Marken des Unternehmens schützen. Wie ausländische Unternehmen auf dem chinesischen Markt agieren, wird von einer kritischen Öffentlichkeit an den Maßstäben einer Corporate Social Responsibility gemessen. Doch was soll unter einer verantwortungsvollen Unternehmensführung konkret verstanden werden? Gelten hier für Europa und China die gleichen Prinzipien und Maßstäbe? Gibt es hier ein gemeinsames Grundverständnis über das, was eine verantwortungsvolle Unternehmenspolitik zumindest vom Grundsatz her ausmacht?”
Schoenheit, I.; Iwand, W.; Kopp, R. (Hrsg): Corporate Social Responsibility – Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften in China. BEUTH, Berlin 2006. ISBN 3-410-16216-X, EUR 38,00
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