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Kongokonflikt - Coltan, Deutsche Telekom und die unternehmerische Verantwortung
Posted By Achim Halfmann (CSR NEWS) On March 24, 2006 @ 8:16 am In +german, editor's news | Comments Disabled
Berlin > Der bevorstehende friedenssichernde Einsatz der Bundeswehr lenkt den Blick der deutschen Öffentlichkeit auf die Demokratische Republik Kongo. Die kriegerischen Konflikte dort werden durch das Vorkommen eines Minerals angeheizt, das auch für die Herstellung von in Deutschland vertriebenen Mobiltelefone benötigt wird: Coltan.
Coltan ist eine Mischung aus Niobit (auch Columbit genannt) und Tantalit. Es bildet die Grundlage für die Gewinnung des Metalls Tantal, das zur Produktion von kleinsten Kondensatoren mit hoher elektrischer Kapazität benötigt wird.
Aufgrund gestiegener Nachfrage erreichte Tantal im Jahr 2000 einen hohen Weltmarktpreis; es kam zu “Panikkäufen”. Dies führte im Kongo zu einer Art “Goldrausch” in den Gebieten, in denen Coltan unmittelbar unter der Oberfläche liegt und sehr einfach abgebaut werden kann. Diese Gebiete befinden sich überwiegend in Rebellenhand, und die Rebellenorganisationen ihrerseits stehen teilweise mit Nachbarstaaten in Verbindung. Nach offiziellen Berichten kontrolliert ein kriminelle “Elite-Netzwerke” aus Soldaten, Politikern und Geschäftsleuten den Coltan-Handel und schlachtet das Land systematisch aus. Von dem Coltan-Handel profitieren auch internationale Unternehmen - und werden damit zu Beteiligten in dem Kongo-Konflikt.
Zwei Alternativen werden in dieser Situation diskutiert: Zum einen wäre eine Ächtung des Coltans aus dem Kongo durch internationale Unternehmen denkbar. Dies würde jedoch die wirtschaftliche Situation in dem verarmten Land nicht verbessern, und die Herkunft des auf dem Weltmarkt gehandelten Materials wäre schwer zu kontrollieren. Eine andere Option erscheint dagegen geeigneter: Die Coltan verarbeitenden Unternehmen engagieren sich dafür, dass Coltan im Kongo durch reguläre und ethisch verantwortlich handelnde kongolesische Unternehmen abgebaut und gehandelt wird. Dies würde dem Kongo unmittelbar helfen und die Wirtschaft des Landes stärken. Auch deutsche Unternehmen sind gefragt: Wie beteiligen sie sich an der Veränderung der Situation im Kongo?
Von der Deutschen Telekom AG angebotene Mobilfunkgeräte enthalten Coltan. Das Untenehmen ist sich der Kongo-Problematik durchaus bewusst und verlangt von seine Lieferanten eine aktive Auseinandersetzung mit der Thematik. Von ihren relevanten TOP-Lieferanten forderte die Deutsche Telekom Informationen über deren Coltan-Politik an, die bisher allerdings noch ausstehen. Derzeit bereitet die Deutsche Telekom einen Workshop mit der Firma Motorola vor, der sich mit geeigneten Entwicklungsmaßnahmen beschäftigt. Fest steht: Eine konsequente Coltan-Politik multinationaler Konzerne spielt für die Lösung des Kongo-Konfliktes eine wichtige Rolle - und ist damit angesichts des bevorstehenden Bundeswehreinsatzes von großer Bedeutung.
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