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AIDS-Medikamente für Afrika - Ärzte ohne Grenzen und Abbott im Dialog


Friday, March 17th, 2006


Berlin > Abbott vermarktet ein neues, in Deutschland hergestelltes HIV/Aids-Medikament (Lopinavir/Ritonavir) nicht in ärmeren Ländern. Mit diesem Statement trat in dieser Woche die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an die Öffentlichkeit. Der Hintergrund:

Im November 2005 hat Abbott die neue Version des Proteaseinhibitors Lopinavir/Ritonavir in den USA auf den Markt gebracht. Lopinavir/Ritonavir ist ein wichtiges Medikament in der Aids-Behandlung, wenn sich Resistenzen gegen die Medikamente der ersten Therapielinie entwickeln und diese somit ihre Wirkung verlieren. Die neue Formulierung des Kombinationspräparates ist im Gegensatz zur alten Version hitzebeständig und kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Das Medikament wird dringend in Afrika, Asien und Lateinamerika benötigt: Bei Temperaturen von regelmäßig 40 Grad Celsius und mit mehreren Stromausfällen täglich können Patienten in Ländern wie beispielsweise Nigeria die alte Version des Medikamentes oft nur unter schwierigen Umständen verwenden. Bislang ist das Medikament aber nur in den USA erhältlich.

Ärzte ohne Grenzen will die neue Version von Lopinavir/Ritonavir nun direkt im Hauptsitz von Abbott Laboratories in Chicago (USA) bestellen, um damit Patienten in ärmeren Ländern zu behandeln: in Guatemala, Kamerun, Kenia, Malawi, Nigeria, Simbabwe, Südafrika, Thailand, und Uganda. Nach Angaben von Experten könne die neue Version billiger produziert werden als die alte. Daher fordert Ärzte ohne Grenzen, dass das Mittel zum niedrigstmöglichen Preis verkauft wird. Die Kosten dürften dabei nicht die Höhe des Preises (500 US-Dollar) überschreiten, den Abbott in einigen Entwicklungsländern für die alte Version verlange, so Ärzte ohne Grenzen.

Abbott begegnet der Kritik mit einem Hinweis auf das in der Europäischen Union laufende Zulassungsverfahren für das weiterentwickelte Medikament. Die EU-Zulassung werde in der meisten afrikanischen Ländern als Voraussetzung für die Registrierung gefordert, betonte Heather L. Mason, Vizepräsidentin von Abbott International, in dieser Woche in einem Schreiben an Ärzte ohne Grenzen. Abbott fördere mit einer Vielzahl humanitärer Programme den Kampf gegen HIV/AIDS in den ärmsten Ländern. Dazu gehöre neben der Diagnose und Behandlung von HIV/AIDS die Förderung lokaler Gesundheitsversorgungssysteme, die Ausbildung medizinischer Mitarbeiter oder spezielle Programme für betroffene Kinder. Abbott habe seine HIV-Medikamente in 69 der ärmsten Länder der Welt zugänglich gemacht, darunter auch alle ärmsten Länder Afrikas. Dabei habe man auf eine sehr günstige Preisgestaltung geachtet.




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Achim Halfmann (CSR NEWS)

Achim Halfmann is CSR NEWS' managing director and editor-in-chief.

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