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Viel Aufwand für das gute Gewissen?


Thursday, February 23rd, 2006


Die Effekte von Corporate Social Responsibility (CSR) sind ökonomisch noch kaum fassbar, dennoch lassen es sich immer mehr Unternehmen nicht nehmen, Gutes zu tun. Gesellschaftlich verantwortliches Handeln kann für Unternehmen langfristig einen Wettbewerbsvorteil bringen.

Dass bei dieser Diskussion nicht auf die Klein- und Mittelbetriebe vergessen werden darf, forderte York Lunau, Berater und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen bei einer Podiumsdiskussion ein. Zu dieser hatten respACT austria und der Austrian Business Council for Sustainable Development (ABCSD) unter dem Titel “Viel Aufwand für das gute Gewissen” am 21. Februar 2006 nach Wien geladen.

MitarbeiterInnen als Werbeträger

Als Geschäftsführerin eines KMUs - der Tischlerei Öfferl GmbH - wurde Herta Öfferl aufgrund ihres CSR-Engagements bereits mit dem Trigos ausgezeichnet. In ihrem Betrieb sieht sie den langfristigen Nutzen von CSR darin, dass ihre MitarbeiterInnen viele Jahre bleiben und eine hohe Motivation aufweisen.

CSR unbedingt messen?

“Es gibt wichtige Indikatoren zu den Effekten von CSR-Maßnahmen auf den Geschäftserfolg, doch Details messen zu wollen, macht einfach keinen Sinn”, warf York Lunau in der Diskussion um die Messbarkeit von CSR ein. „Die Hälfte aller Werbeaktivitäten im Marketing sind für die Katz, eine Tatsache die akzeptiert wird. CSR-Maßnahmen zu messen ist schwierig“, so Lunau.

Auch für Felix Joklik, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke Holding rechnet sich Nachhaltigkeit erst auf den zweiten Blick. „Der Begriff wird in der öffentlichen Diskussion weiter an Bedeutung gewinnen“, meint Joklik. Wert wird bei den Wiener Stadtwerken auf die langfristige ökologische Komponente gelegt – nachzulesen im Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns.

Fazit

In einem waren sich alle PodiumsdiskutantInnen einig: CSR-Maßnahmen sollen nicht als Reaktion auf einzelne Missstände gesetzt, sondern langfristig als stetige Weiterentwicklung des Engagements betrieben werden. Die Art und Weise wie CSR gemessen wird, ist den Akteuren überlassen, das Vorhandensein eines solchen Gewinns für Unternehmen aber zweifelsohne gegeben, wie angesprochenen Unternehmensbeispiele gezeigt haben.

Interessierten mailen wir gerne die Präsentation von York Lunau auf Anfrage (office@respact.at) zu.




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AUTHOR
Dr. Thomas Beschorner (CSR NEWS)

Dr Thomas Beschorner is research director at CSR NEWS and professor for business ethics at Montreal University, Canada.

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