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zfwu Ausgabe 6/3 (2005) erschienen: “Human Rights and Business”


Wednesday, February 15th, 2006


Zeitschrift für Wirtschafts- und Unternehmensethik (zfwu)
Ausgabe 6/3 (2005), hrsg. von Markus Breuer, Bettina Hollstein, Florian Wettstein

Editorial

Vor bereits 57 Jahren wurde die Menschenrechtserklärung feierlich verabschiedet. Heute erfreuen sich die Menschenrechte unter dem Eindruck der Globalisierung neuer Aktualität – dies gilt insbesondere für die Wirtschafts- und Unternehmensethik. Menschenrechte wurden in der Vergangenheit oft als ein selbstverständliches Element der politischen Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln verstanden. In der Ökonomie wurde ihnen deshalb kaum je eine spezielle Aufmerksamkeit zuteil. Doch vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung, der abnehmenden Steuerungsmöglichkeiten durch staatliches Handeln und der damit verbundenen Herausforderungen wird die Umsetzung dieser doch nur scheinbar selbstverständlichen Errungenschaften der Menschheit zu einer aktuellen Aufgabe für Volkswirtschaften, supranationale Organisationen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und jeden einzelnen von uns – z. B. in unserer Rolle als Konsumenten. Vor diesem Hintergrund widmet sich das vorliegende Heft der Verknüpfung von Menschenrechtsfragen mit der Wirtschafts- und Unternehmensethik.

Der Hauptbeitrag von David Weissbrodt befasst sich generell mit der Verantwortung von Unternehmen für die Menschenrechte und untersucht diesbezüglich die Möglichkeiten, mit Hilfe von durch die Vereinten Nationen erarbeiteten Normen ein verbindliches Regelwerk für Unternehmen zu schaffen. Das Korreferat von Klaus M. Leisinger setzt sich mit diesem Beitrag kritisch auseinander.

Der Beitrag von Florian Wettstein und Sandra Waddock geht ebenfalls von der Notwendigkeit verbindlicher Normen für die Umsetzung der Unternehmensverantwortung aus. Allerdings beleuchtet er auch die Möglichkeiten der Selbstverpflichtung und geht auf das potentiell fruchtbare Wechselspiel zwischen diesen beiden Elementen ein. Dieser Beitrag wird von Nicholas Howen kommentiert.

In seinem Beitrag geht Bernhard Mark-Ungericht von einer Trennung der Sphäre der internationalen Ökonomie und der Menschenrechte sowie von einer diskursiven Kluft zwischen neoliberal geprägten Unternehmen auf der einen Seite und globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisationen auf der anderen Seite aus. Vor diesem Hintergrund untersucht er drei unterschiedliche Ansätze, um die Sensibilisierung für Menschenrechte bei internationaler Geschäftstätigkeit zu erhöhen.

Im Beitrag von Laura Hartman, Fiona Wilson und Denis Arnold wird das Konzept der „positive deviance“ (positive Abweichung) und dessen Bedeutung für die Verbesserung von normativen Unternehmens- und Branchenstandards in Bezug auf Menschenrechte und soziale Unternehmensverantwortung allgemein untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei die moralische Imagination des Entrepreneurs, welche als ein Schlüsselelement in diesem Prozess erkannt wird.

Der vorliegende Beitrag im Ideenforum von Chris Marsden setzt sich mit unlängst von beiden Seiten des politischen Spektrums erhobenen Kritiken am Konzept der Corporate Responsibility auseinander und verteidigt es als wesentliches Element einer jeden Marktwirtschaft.

In der Rubrik Rezensionen werden zwei Bücher vorgestellt: „Menschenwürde in der Bioethik“ von Nikolaus Knoepffler, rezensiert von Bettina Hollstein, und „The Ethics of Development“ von Des Gaspers, rezensiert von Johannes Hirata.

Der Praxisbeitrag von Rasmus Abildgaard Kristensen widmet sich den konzeptionellen Herausforderungen bei der Übersetzung von allgemeinen Menschenrechten in unternehmerische Kontexte. Dabei geht er insbesondere auf das vom Danish Institute for Human Rights entwickelte Instrument des Human Rights Assessment (HRCA) ein.

In der Rubrik Dissertationsvorstellungen wird das Forschungsvorhaben von Nicky Black „The Noblesse Oblige of Global Business; An Agenda for Research“ vorgestellt. Als Praxisprojekt stellt John Morrison “The Business Leaders Initiative on Human Rights” vor und unter der Rubrik Institutsvorstellungen wird der Lehrstuhl für Angewandte Ethik und das Ethikzentrum an der Friedrich-Schiller-Universität Jena durch Antje Klemm präsentiert.

Der Jahreswechsel bietet wieder eine gute Gelegenheit, um sich bei einer Vielzahl von Personen zu bedanken, ohne die die zfwu in dieser Form nicht möglich wäre. Wir bedanken uns bei allen Autorinnen und Autoren, Gutachterinnen und Gutachtern des zurückliegenden Jahrganges sowie bei den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats unserer Zeitschrift. Unser Dank gilt zudem unserem neuen fleißigen Redaktionsassistenten Wasilios Hariskos und ganz besonders Herrn Dr. Schmidt von der Stiftung Apfelbaum für ermutigende Unterstützung.

Wir möchten uns letztlich bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, für das Interesse und das Vertrauen bedanken. Unsere kontinuierlich steigenden Abonnentenzahlen sowie die zunehmende Wahrnehmung der zfwu in der wissenschaftlichen und zunehmend internationalen Auseinandersetzung dokumentieren die Bedeutung der Wirtschafts- und Unternehmensethik und bestärkt uns darin, an der stetigen Weiterentwicklung der Zeitschrift zu arbeiten.

Wie auch schon im letzten Jahrgang haben wir zur besseren Orientierung am Ende dieses Heftes ein Jahresregister angefügt, in dem alle Artikel, Korreferate, Rezensionen, Dissertationsprojekte, etc. in chronologischer Reihenfolge des Jahres 2005 enthalten sind. Beachten Sie bitte auch das Call for Papers für die kommenden Ausgaben am Ende des Heftes.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und ein gutes Jahr 2006.

Markus Breuer, Bettina Hollstein und Florian Wettstein

Weitere Informationen unter:
zfwu.de/ausgaben/Ausgaben_2005/3_2005/3_2005.html

INHALT:

Hauptbeitrag
Corporate Human Rights Responsibilities
David Weissbrodt

Dieser Artikel erläutert zunächst, warum wir an der Konformität von Unternehmensaktivitäten mit Menschenrechten interessiert sein sollten. Der erste Teil des Artikels illustriert daher anhand einiger historischer und aktueller Situationen die Notwendigkeit von Menschenrechtsstandards. Der zweite Teil fokussiert auf frühere Bemühungen des internationalen Rechts und speziell der internationalen Menschenrechtskonventionen, nichtstaatliche Akteure wie Unternehmungen in ihren Geltungsbereich einzubeziehen. Der dritte Teil diskutiert fünf Hauptmerkmale der U.N. Menschenrechtsnormen, welche auf diesen früheren Bemühungen aufbauen. Der vierte Teil beschreibt den Entstehungsprozess der Normen bis zu deren Übergabe zur Begutachtung an die U.N. Menschenrechtskommission. Der fünfte Teil identifiziert drei grundlegende Einwände, die von den Gegnern der Normen vorgebracht werden. Der Artikel schliesst mit einem Überblick wie die Normen bereits heute von Unternehmungen, sog. „Mutual Funds“ und anderen Organisationen angewendet werden

Korreferat
Are “Human Rights” the “Business of Business”?
Klaus M. Leisinger

Beitrag
Voluntary or Mandatory: That is (Not) the Question. Linking Corporate Citizenship to Human Rights Obligations for Business
Florian Wettstein und Sandra Waddock

Menschenrechte werden gewöhnlich als exklusiver Verantwortungsbereich von Regierungen wahrgenommen. Mit fortschreitender ökonomischer Globalisierung erweist sich diese Auffassung allerdings zunehmend als unangemessen. Insbesondere in Bezug auf die mächtigen multinationalen Unternehmen führt sie zu einer eklatanten Verantwortungslücke. In diesem Beitrag argumentieren wir deshalb für verbindliche Menschenrechts-Standards für multinationale Unternehmen und untersuchen, welchen Beitrag auf Freiwilligkeit basierende Konzepte wie Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility zur Klärung von entsprechenden Pflichten von „Multinationals“ machen können – dies speziell in Bezug auf die oft kontingenten Verantwortlichkeiten bezüglich sog. positiven Menschenrechten.

Korreferat
‘Voluntary or Mandatory: That is (Not) the Question’. A Comment
Nicholas Howen

Beitrag
Menschenrechte und internationale Geschäftstätigkeit – Positionen und Ansätze zum Umgang mit einer regulativen und diskursiven Kluft
Bernhard Mark-Ungericht

Dieser Beitrag geht von zwei Sachverhalten aus: Erstens sind gegenwärtig die Sphäre der internationalen Ökonomie und die Sphäre der Menschenrechte regulativ nicht miteinander verbunden. Zweitens spiegelt sich diese Kluft in zwei scheinbar antagonistischen Interessensdiskursen: Einerseits dem neoliberal inspirierten Diskurs der Unternehmensverbände und andererseits dem globalisierungskritischen Diskurs zivilgesellschaftlicher Organisationen. Beide Diskurse rahmen den Zusammenhang von internationaler Ökonomie und Menschenrechten entsprechend ihren jeweiligen Prämissen. Auf Basis dieser Ausgangssituation wird das Potential von drei Ansätzen zur menschenrechtlichen Sensibilisierung internationaler Geschäftstätigkeit diskutiert.

Beitrag
Positive Ethical Deviance Inspired by Moral Imagination. The Entrepreneur as Deviant
Laura Hartman, Fiona Wilson und Denis Arnold

Ziel dieses Beitrags ist es, das Konzept positiver ethischer Abweichungen und moralischer Imagination auf den Bereich des „Entrepreneurship“ auszudehnen. Der Beitrag untersucht insbesondere Unternehmen, die nicht aufgrund von äußerem Druck oder anderen externen Ursachen von etablierten ethischen Normen des Wirtschaftssektors abweichen, sondern sich bewusst für teils radikale Herangehensweisen in Bezug auf ethische Fragen entscheiden, die sie von ihren Konkurrenten unterscheiden. Zwei Elemente sind für ein solches ethisches Abweichen von besonderer Bedeutung: eine visionäre Führung und Strukturen, die eine solche Vision zu unterstützen vermögen. Diese Analyse im Kontext von unternehmergeführten Betrieben ist wesentlich, um die potentielle Rolle von Unternehmern für einer Erhöhung ethischer Standards zu untersuchen.

Ideenforum
In Defence of Corporate Responsibility
Chris Marsden

Das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) ist mit zwei ernstzunehmenden Kritiken konfrontiert, die aus zwei entgegengesetzten Richtungen des politischen Spektrums erhoben werden. Beide gehen vom eigentlichen Kern des Unternehmenszwecks und der Frage aus, für was Unternehmungen, insbesondere Grossunternehmungen, verantwortlich sein sollten. Joel Bakan repräsentiert die politische Linke. In seinem Buch und dem darauf basierenden Dokumentarfilm „The Corporation“ macht er geltend, es handle sich bei CSR um ein Scheinkonzept, welches sich Unternehmungen zunutze machen, um ihre schlechten Taten zu verbergen und strengere gesetzliche Regulierungen abzuwenden. Von der politischen Rechten argumentiert „The Economist“ im Stile Milton Friedmans und Adam Smiths gegen die Ressourcenverschwendung in Form von CSR. CSR lenke Unternehmungen von ihrem eigentlichen Zweck, nämlich der Güterproduktion und der Gewinnerzielung, ab. Beide Kritiken verfehlen letztlich ihr Ziel. Dennoch sind sie intellektuell fundiert und stellen als solche eine Gefahr dar, vieles was wir heute als wichtig erachten, zu unterlaufen. Die Kritiken verlangen deshalb nach einer kritischen Auseinandersetzung. Beide Kritiken überschätzen die Rolle, welche Regierungen bezüglich der Regulierung von Unternehmensaktivitäten spielen können. Entsprechend unterschätzen sie das Potential von NGOs, einen positiven Beitrag zur Gestaltung des unternehmerischen Umfelds leisten zu können. In diesem Text wird dargelegt, dass „corporate responsibility“ (CR, nicht CSR) nicht begründeterweise als Hindernis für die effektive Entwicklung eines funktionierenden Regulierungsrahmens für den Markt betrachtet werden kann. Im Gegenteil, es ist ein entscheidender Teil der einzigen realistischen Alternative die uns in dieser Hinsicht verbleibt und könnte als solche zur zentralen Stütze für die Entwicklung in diese Richtung werden.

Rezension
Menschenwürde als konstitutives und regulatives Prinzip – „Menschenwürde in der Bioethik“ von Nikolaus Knöpffler
Bettina Hollstein

Rezension
Intuitions about human development – „The Ethics of Development: From Economism to Human Development“ von Des Gasper
Johannes Hirata

Praxisartikel
A place to stand upon. The development of a human rights compliance assessment for companies
Rasmus A. Kristensen

Dieser Artikel diskutiert die zentralen theoretischen und konzeptionellen Herausforderungen bezüglich der Festlegung des Verantwortungsbereiches von Unternehmungen in Bezug auf Menschenrechte. Der Beitrag geht davon aus, dass Menschenrechtspflichten von Regierungen für den Unternehmenskontext übersetzt werden können. Der Artikel untersucht die methodologischen und praktischen Grenzen von aktuellen Initiativen, die auf die Reformulierung internationaler Menschenrechtsnormen für Unternehmungen zielen. Schliesslich gibt der Artikel einen Überblick über die Funktionsweise und den Mehrwert des „Human Rights Compliance Assessment“ (HRCA), welches vom Danish Institute for Human Rights entwickelt wurde.

Dissertationsprojekt
The Noblesse Oblige of Global Business; An Agenda for Research
Nicky Black

Praxisprojekt
The Business Leaders Initiative on Human Rights – An Overview
John Morrison

Institut
Lehrstuhl für Angewandte Ethik und Ethikzentrum an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Antje Klemm

Call for Papers

Dank an die Gutachter(innen)

Jahresregister 2005





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    AUTHOR
    Prof. Dr. Thomas Beschorner

    Prof. Dr. Thomas Beschorner ist wissenschaftlicher Leiter von CSR NEWS. Er ist Professor an der Universität St. Gallen und dort Direktor des Instituts für Wirtschaftsethik

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