Die Idee für eine Interessenvertretung der unterschiedlichen Erscheinungsformen deutscher Stiftungen wurde in einer der traditionsreichsten Stiftungen des Landes, der Fuggerei in Augsburg, geboren. Aus einem kleinen Kreis ist in knapp 60 Jahren ein Verband mit fast 3.000 Mitgliedern erwachsen. Dazu gehören Stiftungen, Freunde des Stiftungswesens und Stiftungsverwaltungen, die über 4.000 weitere Stiftungen repräsentieren. Der Verband ist der einzige Dachverband im Stiftungssektor und spiegelt die Vielfalt der deutschen Stiftungslandschaft wider. Er ist der mitgliederstärkste und älteste Stiftungsverbund der Welt.
Geschäftsstelle des Verbandes ist das Haus Deutscher Stiftungen im Zentrum Berlins – ein Treffpunkt für Stifterinnen und Stifter, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Neben vielen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet organisiert der Bundesverband jedes Jahr den größten Stiftungskongress in Europa: den Deutschen StiftungsTag. Mit der Verleihung
des Deutschen Stifterpreises und der Medaille für Verdienste um das Stiftungswesen ehrt der Verband herausragende Personen und würdigt deren Engagement. Kreative Ideen in der Kommunikation von Stiftungen werden mit dem Kommunikationspreis KOMPASS ausgezeichnet. Mitglieder profitieren von einem breit gefächerten Informations-, Service- und Beratungsangebot.
Auf politischer Ebene engagiert sich der Verband erfolgreich für die Verbesserung der rechtlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene. Der Öffentlichkeit liefert der Bundesverband als Kompetenzzentrum der deutschen Stiftungen sachgerechte Informationen. Die Qualifizierung im Stiftungssektor unterstützt der Verband in der Deutschen StiftungsAkademie (DSA) sowie Fortbildungsveranstaltungen für Beamte der Stiftungsaufsicht. Mit seinen Arbeitskreisen und Foren bietet der Bundesverband sektorale Netzwerke für Stiftungen. Als Solidarverbund der deutschen Stiftungen setzt sich der Bundesverband für ein stiftungsfreundliches Klima ein und fördert gute Stiftungspraxis.
Zugleich richtet der Bundesverband ein besonderes Augenmerk auf die unternehmensnahen Stiftungen. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die meisten Stiftungen von Unternehmern gegründet, allerdings in den 1950er und 1960er Jahren überwiegend als Stiftung des Unternehmers selber (Karl Kübel Stiftung, Körber Stiftung u.a.). Insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren traten viele Unternehmen selbst in die Rolle des Stifters und gründeten sogenannte Unternehmensstiftungen (Corporate Foundations), wie die Allianz Umweltstiftung, Deutsche Telekom Stiftung u.a. Erwähnt werden können in diesem Zusammenhang auch die mehr als 600 existierenden Sparkassen-Stiftungen. Erkennbar ist daraus, dass sich immer mehr Unternehmen zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen und zur Bündelung ihrer diesbezüglichen Aktivitäten die Rechtsform einer Stiftung wählen. Auf diese Weise kann eine Unabhängigkeit vom Tagesgeschäft des Unternehmens und eine echte Nachhaltigkeit des Engagements erreicht werden. Der Bundesverband organisiert regelmäßige Treffen dieser Stiftungen im „Forum Unternehmensstiftungen“ und publiziert hierzu in seinem Mitgliedermagazin sowie in Studien.